Bergner: "Forschungsinstitute müssen mehr Sensibilität entwickeln"
Der parlamentarische Geschäftsführer der FDP - Fraktion im Thüringer Landtag und Innenexperte Dirk Bergner begrüßte die Kündigung des Schufa - Forschungsauftrags durch das Hasso - Plattner - Institut in Potsdam am Freitagnachmittag. Darin hatte die Schufa Forschungsarbeiten in Auftrag gegeben, wie man soziale Netzwerke zielgerichtet für die Ausspähung der Kreditwürdigkeit privater Personen nutzen könne. "Ein abenteuerlicher und empörender Vorgang" sei das in den Augen des Liberalen. "Gut, dass die breiten Reaktionen aus Politik und Gesellschaft bei dem Potsdamer Institut zum Umdenken geführt haben", freut sich Bergner. Doch zeige es auch, dass mehr Sensibilität seitens der Forschungsinstitute zu entwickeln sei.
"Nicht alles, was technisch interessant und machbar ist, ist ethisch sinnvoll und vertretbar". Deshalb sei es wichtig, der Ethikdebatte insgesamt neuen Schwung zu verleihen und dabei ein zentrales Augenmerk auf Bürgerrechte zu legen. "Der Schutz der eigenen Daten darf nicht weiter ausgehöhlt werden", so das Credo des FDP - Politikers. Doch Bergner mahnt auch mit Blick auf die privaten Nutzer der sozialen Netzwerke: "Gehen Sie höchst sparsam und vorsichtig mit Ihren eigenen Daten um! Wenn Sie merken, dass diese Daten missbraucht werden, ist es bereits zu spät".