Landtagsabgeordneter Dirk Bergner hinterfragt Änderungen zum Sommerfahrplan
Den Finger in die Wunde legt der Ostthüringer Landtagsabgeordnete Dirk Bergner mit einer Kleinen Anfrage zur Bahnstrecke Gera - Mehlteuer. So will der Parlamentarische Geschäftsführer der FDP - Fraktion im Thüringer Landtag unter anderem wissen, welche Rechtsgrundlagen und Ausschreibungsbedingungen der Ausschreibung zugrunde gelegen haben und ob möglicherweise der Zuschlag auf ein Nebenangebot erteilt worden ist. "Ich kann beispielsweise überhaupt nicht verstehen, wenn ein Bedarfshaltepunkt wie Schüptitz plattgemacht wird. Außer Lärm haben die Anwohner von ihrer Bahnlinie nun gar nichts mehr.", sagt der Hohenleubener und warnt davor, dass das Beispiel Schule machen könne. Bislang sei zudem mit Hinweis auf die Bahnlinie auch kein Schulbus gefahren. "Das hat ja auch wenig Sinn, leere Busse dorthin fahren zu lassen, wo es eine hinreichend leistungsfähige Bahnlinie gibt.", verweist der FDP - Politiker darauf, dass das Land bei Kommunalfinanzen und ÖPNV - Zuschüssen immer weniger "die Spendierhosen anhat." Deshalb stellt der 47 - Jährige der Landesregierung nun die Frage, welche Anbindung die Schüptitzer denn nun noch an das öffentliche Verkehrsnetz hätten.
Und er will schwarz auf weiß von der Regierung, mit welcher Geschwindigkeit die Züge die Langsamfahrstrecke am dortigen Bahnübergang passieren. "Hier wird ein minimaler Vorteil zu Lasten der Bahnnutzer herausgeschunden.", verweist Bergner darauf, dass im Gegenzug Bahnkunden verloren werden. "Wer einmal im Auto sitzt, stellt das dann nicht auf teuren und schlecht bewachten Parkplätzen ab, um letztlich wieder in den Zug zu steigen." So sei es fast ein "tragischer Abgesang" gewesen, als in der vergangenen Woche ein Regionalexpress mit Triebwagenschaden ausgerechnet bei Schüptitz liegen geblieben sei und Fahrgäste von dort verzweifelt versuchten, weiterzukommen. Bergner will aber von der Landesregierung auch noch wissen, wie das zustande kommt, dass von Thüringen ausgeschriebene Züge in Sachsen halten, in Pöllwitz und Bernsgrün aber nicht. Und er will klipp und klar wissen, ob die Landesregierung weitere Bedarfshaltepunkte stilllegen wolle. "Das riecht nach Salamitaktik, wenn Bernsgrün und Pöllwitz dicht gemacht wurden, jetzt Schüptitz. Und deshalb geht es schon nicht mehr darum, den Anfängen zu wehren, sondern die schleichende Abkopplung des ländlichen Raums zu verhindern.", so Bergner weiter. Auch die Aussichten der so genannten Thoska interessiert den Vater zweier Töchter.. .Mit der kostenpflichtigen Thüringer Hochschul- und Studentenwerkskarte erwerben Thüringer Studierende zugleich das Recht, ohne zusätzliche Kosten Strecken der Deutschen Bahn innerhalb von Thüringen und den ÖPNV am Studienort zu nutzen. "Noch sagt die Erfurter Bahn, dass die Thoska auch in ihren Zügen genutzt werden kann.", erläutert der Liberale. Doch inwieweit dies dauerhaft durch die Ausschreibung abgesichert sei, wolle er vom Land beantwortet bekommen. "Und dass ausgerechnet stets klamme Studenten die Leidtragenden sind, kann sicher niemand wollen.", so Bergner abschließend.