Kommunalpolitik

Frauenförderplan der Stadt Erfurt vom 6.12.1999

Da hat sich ja viel getan in der Landeshauptstadt...

Wenn man die Umschichtungen und Umstrukturierungen der Stadtverwaltung seit dem Machtwechsel beobachtet, könnte man ja denken, dass gerade unter der SPD das ewig angemahnte und dennoch nur zaghaft angefasste Problem - Frauen in Führungspositionen - nun im Rollen, oder besser, nach 18 Monaten ausgerollt ist. Leider weit gefehlt. "Nach 9 Jahren Frauenförderplan, der detailliert beschreibt, was wie warum getan werden sollte, sind die Frauen in Führungsposten immer noch Mangelware", so Kemmerich, Kreisvorsitzender der FDP Erfurt, "und dass, obwohl es doch 1919 die SPD war, die sich besonders dem Frauenwahlgesetz und somit der Gleichberechtigung verschrieben hatte."

Lang ist"s her. Während sich die Landesbeauftragte für Gleichstellung (CDU) rühmt, die Ministerien "gegendert” zu haben, ist vom Gedanken des Gender-Mainstreaming, nämlich Positionen, Arbeitsaufgaben und Rollenbilder geschlechtsspezifisch zu betrachten, im täglichen Leben wenig zu spüren. In einer Zeit, wo Unternehmen sich auf die neuen Herausforderungen des demographischen Wandels, der Fachkräftespezifik mit einem Diversity Management einrichten, wo es zunehmend wichtiger wird, in gemischten Teams (Frau-Mann-Jung-Alt) zu arbeiten, um Wissensverluste, Informationsverluste oder Innovationseinbrüche zu verhindern, setzt die Stadtverwaltung Erfurt auf Gleichheit. Alle sollen dem OB gleich sein ... oder sind es nur seine Kumpel?