Liberaler Mittelstand - Mindestlohndebatte

Liberaler Mittelstand bekräftigt Ablehnung von flächendeckenden Mindestlöhnen

"So richtig und wichtig es ist, auf die dramatische Einkommenssituation vieler Thüringer Haushalte hinzuweisen, so falsch ist es an dieser Stelle, die Forderung nach einem flächendeckenden Mindestlohn zu erheben", meint Thomas L. Kemmerich, Landesvorsitzender des Liberalen Mittelstandes Thüringen, in der Debatte um den Standort Thüringen als Billiglohnland. Für den 42-jährigen Unternehmer besteht der Kern des Problems im Gefälle zwischen Brutto- und Nettolöhnen. "Geringe Nettolöhne lassen sich nicht mit einem einheitlichen Stundenlohn von z.B. 7,50 EUR aufbessern."

Für Kemmerich ist klar, dass "ein Endverbraucher bereit sein muss, für Produkte und Dienstleistungen einen angemessenen Preis zu zahlen. Grundvoraussetzung dafür ist natürlich ein entsprechendes Einkommen, was definitiv nicht durch die Einführung von Mindestlöhnen erreicht wird."
Es sei durchaus im Interesse der Unternehmer, ihren Mitarbeitern höhere Löhne zu zahlen. "Schließlich sichert dies die Motivation der Arbeitnehmer und damit auch den wirtschaftlichen Erfolg des Arbeitgebers", so Kemmerich, der auch Kreisvorsitzender der FDP Erfurt ist. "Kein Unternehmen ist in der Lage höhere Löhne zu zahlen als durch deren Umsatz gedeckt ist, da können noch so viele Mindestlohndebatten geführt werden."
Wer für alle ein existenzsicherndes Einkommen schaffen will, der müsse nach Ansicht des Liberalen andere Wege gehen. "Da sind Steuern- und Abgabensenkung an erster Stelle zu nennen. Sehen wir es doch realistisch, das was der Staat dem Arbeitnehmer an Abgaben vom Lohn abzieht, holt sich genau der gleiche Arbeitnehmer vom Staat durch aufwendige, staatliche Förderung zurück. Warum also nicht gleich diesen Arbeitnehmer durch verminderte Lohnabgaben entlasten?", fragt Kemmerich.

Nach Informationen des Thüringer Landesamtes für Statistik verfügen 540.000 von 1,14 Millionen Haushalten in Thüringen über ein monatliches Nettoeinkommen von weniger als 1.500 EUR. 312.000 Arbeitnehmer verdienen weniger als 900 EUR im Monat und liegen damit unter der Armutsgrenze.