Liberaler Mittelstand Thüringen
Thomas L. Kemmerich
Thomas L. Kemmerich

Der thüringische Unternehmer Thomas L. Kemmerich sieht das Friseurhandwerk in der Krise. Kemmerich, der 1994 in Erfurt die Masson AG gründete, mit der er zu einem der führenden deutschen Friseurdienstleister avancierte, sieht die Branche durch die geplante Einführung von Mindestlöhnen massiv bedroht. "2007 haben uns die Mehrwertsteuererhöhung und andere Preissteigerungen die Geschäfte erschwert", sagte Kemmerich im Vorfeld einer Kosmetikmesse in Leipzig. Der stellvertretende Bundesvorsitzende des Liberalen Mittelstands sieht den wachsenden Belastungen für die Unternehmer sorgenvoll entgegen. "Käme jetzt noch ein Mindestlohn von 7,50 Euro pro Stunde, könnten bis zu 25 Prozent unserer Friseure nicht mehr mithalten. Geringe Nettolöhne lassen sich nicht mit einem einheitlichen Stundenlohn aufbessern."

Für Kemmerich steht fest, dass "ein Endverbraucher bereit sein muss, für Produkte und Dienstleistungen einen angemessenen Preis zu zahlen." Grundvoraussetzung dafür sei ein entsprechendes Einkommen, was definitiv nicht durch die Einführung von Mindestlöhnen erreicht werde. Es sei durchaus im Interesse der Unternehmer, ihren Mitarbeitern höhere Löhne zu zahlen. "Schließlich sichert dies die Motivation der Arbeitnehmer und damit auch den wirtschaftlichen Erfolg des Arbeitgebers", so Kemmerich, der auch Kreisvorsitzender der FDP Erfurt ist. "Kein Unternehmen ist in der Lage höhere Löhne zu zahlen als durch deren Umsatz gedeckt ist, da können noch so viele Mindestlohndebatten geführt werden."

Die gerechteste Lösung ist in den Augen des Mittelsändlers ein niedriger Fixlohn von etwa 4 Euro pro Stunde, sowie eine Beteiligung von 30 Prozent ab einem Bruttoumsatz von 2000 Euro im Monat, erklärte Kemmerich gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ). Streitbar zeigt er sich gegenüber zunehmenden Auflagen- und Steuerbelastungen. Vor allem der Umgang mit der Privatwirtschaft in seinem Land ist ihm ein Dorn im Auge. Deshalb, so heißt es einem Unternehmerportrait in der FAZ, hat er sich nun "einer Protestpartei angeschlossen" und als Kreisvorsitzender zur Verfügung gestellt. In Erfurt, Kemmerichs Wahlheimat, ist dies nicht die längst etablierte Linke/PDS, sondern die FDP.

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