Nun ist es amtlich. Einen Monat nach der letzten Preisrunde werden auch weitere Gasversorger die Gastarife anheben. Mit dabei ist auch die E.ON Thüringer Energie. Bereits zum 01. August 2008 steigt der Verbrauchspreis von 5,795 ct/kWh auf 6,668 ct/kWh. Das sind gute 15 %, die jeder Kunde monatlich als Mehrbelastung tragen muss. Der monatliche Grundpreis bleibt nach Angaben des Unternehmens unverändert.

Aus wettbewerbsrechtlichen Gründen orientiert sich der Gaspreis an der Preisentwicklung der wichtigsten Konkurrenzenergie, dem Erdöl. Die Ölpreisbindung soll die Gasbezieher vor der Marktmacht der wenigen Erdgasproduzenten schützen. Die Preisbindung ist aber nicht gesetzlich verankert, sondern eine in den 60 Jahren getroffene internationale Branchenvereinbarung.

"Diese Preiserhöhung ist nicht gerechtfertigt", so Thomas L. Kemmerich, Kreisvorsitzender der FDP Erfurt. "Nach offiziellen Statistiken ist der Gasimportpreis in den letzten Jahren bei weitem nicht so gestiegen wie der Ölimportpreis. Selbst wenn die E.ON Thüringer Energie keinen direkten Einfluss auf die Entwicklung des Beschaffungskosten hat und für die Berechnung der Bezugskosten feststehende Preisformeln unterliegen, so muss zumindest eine Offenlegung der Preiskalkulation gewährleistet sein." Auch den Zusatzprofit des Staates in Form der erhöhten Einnahmen durch Mehrwertsteuer und Ökosteuer etc. muss eingedämmt werden. Hier sollte auf feste Eurosummen gewechselt werden.

Die Preistreiberei, gerade in Ostdeutschland, nimmt extreme Züge an. Das Thüringer Wirtschaftsministerium hatte bereits angekündigt, kartellrechtliche Ermittlungen gegen Gasversorgungsunternehmen aufzunehmen. Aber ein Eingreifen ist jetzt, schon gar nicht während der Sommerpause zu erwarten. Vielleicht lässt Wirtschaftsminister Rheinholz seinen Worten auch irgendwann Taten folgen.