FDP fordert Abschaffung der Öl-Gaspreisbindung - E.ON Thüringen erhöht ab 1. August 2008 Gaspreise für Privatkunden um durchschnittlich 18%

ERFURT. Nachdem bereits auf der Sitzung des Landesvorstandes der FDP Thüringen unter anderem die explodierenden Preise für Energie thematisiert wurden, appelliert der Kreisvorsitzende der Erfurter FDP, Thomas L. Kemmerich, an die Politik, dem Kartell zwischen Produzenten und Importeuren von Erdöl und Erdgas deutlich die rote Karte zu zeigen! Da die Preisbindung von Öl an Gas auf bracheninternen Absprachen beruht, muss diese, vor dem Verbraucher nicht mehr zu rechtfertigende Regelung, von Seiten der Politik untersagt werden. Für die Gaskonzerne ist die Koppelung aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts ein Alibi für ständig steigende Preise. Fakt ist aber: Zahlen muss am Ende der Bürger, und der steht angesichts der Energie-Preisspirale mit dem Rücken an der Wand. Pünktlich zum 1.August 2008 müssen Thüringer Verbraucher mit deutlich höheren Kosten für Gas rechnen. E.ON Thüringen hebt die Preise für Privatkunden im Schnitt um 17,7%. Andere Anbieter können oder wollen weitere Anpassungen nicht abwenden.


"Die überzogenen und ungerechtfertigten Preisrunden der Energielieferer sind eine Kampfansage an die Verbraucher und den Staat", macht Kemmerich den Standpunkt der Liberalen deutlich. Was fehlt ist ein schlüssiges Energiekonzept der Bundesregierung und ein strategisches, europaweites Vorgehen gegenüber den größten Gasanbieter-Ländern. Die Forderungen der Thüringer FDP, insbesondere die Aufhebung der Öl- Gaspreisbindung sowie Festbeträge für die staatlichen Abgaben auf Energie, möchte der Kreisvorsitzende damit unterstreichen.

Hintergrund: Im Moment hat sich der Preis für Roherdöl von vormalig 160 Dollar auf 120 Dollar pro Barrel gesenkt. Umgekehrt muss er für eine über siebzehnprozentige Preissteigerung bei den Gaspreisen herhalten. "Das kann man keinem Menschen mehr plausibel erklären", fordert der Erfurter Kreisvorsitzende mehr Transparenz. "Es darf nicht zu einer Debatte darüber kommen, ob 16 Grad Raumtemperatur in den Wintermonaten nicht auch als Abhärtung verstanden werden können", ärgert sich Kemmerich über die entbrannten Abschweifungen vom Kern der Forderungen. Angesichts so viel sozialer Kälte helfen auch keine warmen Pullover!