ERFURT. Nach Tabakwerbeverbot und Rauchverbot plädiert unsere Drogenbeauftragte der Bundesregierung Sabine Bätzing (SPD) für eine strikte Trennung zwischen Sponsoring und Werbung von Bierbrauern und Spirituosenherstellern im Bereich des Sports. Zum Schutz von Kindern- und Jugendlichen, die laut Bätzing Werbespots für ein realistisches Abbild der Wirklichkeit halten, soll Bierbrauern ein Verbot für die Bewerbung ihrer Produkte im Bereich des Sports auferlegt werden. Dazu der FDP Kreisvorsitzende Thomas L. Kemmerich: "Der Schutz unserer Kinder und Jugendlichen ist ein vorrangiges Ziel. Mit kompromisslosen Verboten kann unsere Bundesregierung jedoch die Ursachen für den zunehmenden Alkoholkonsum der unter Achtzehnjährigen nicht bekämpfen, wie es sich Frau Bätzing zum Ziel gesetzt hat."

Denkt man diesen Faden konsequent weiter, hätte man auch McDonalds ein Sponsoring- bzw. Werbeverbot für die FIFA Weltmeisterschaft erteilen müssen. Oder kann man Kindern und Jugendlichen in diesem Fall zutrauen, sich ein Bild über die Kontraproduktivität von Fastfood und Fußball zu machen?

Das generelle Verbote und ihre Ausnahmen und Sonderregelungen am Ende zu politischen Blamagen werden können hat uns das Rauchverbot eindrücklich vor Augen geführt. Da es in der anschließenden Debatte wieder einmal um ein umfassendes Verbot von Werbeaktionen im Sport geht, bleibt auch hier die Frage nach dem Sinn und Unsinn derartiger Eingriffe durch den Staat. Das Ideal des eigenverantwortlichen, freien Menschen ist und bleibt Grundlage unseres Gemeinwesens.