Gegen den Kulturabbau in der Thüringer Landeshauptsstadt formiert sich die Erfurter FDP unter dem Vorsitz von Thomas L. Kemmerich. Die Liberalen fordern ein entschiedenes Einlenken der Stadträte. "Wenn es in Erfurt schon so weit gekommen ist, das Künstler Ausstellungen aus eigener Tasche finanzieren müssen, Kunsthäuser zu Cafèhäusern firmieren sollen, um kostendeckend zu arbeiten und auf Sponsoren verwiesen wird, ist es Augenwischerei, einhunderttausend Euro für eine Multimedia-Show zum Kulturjahrthema locker machen zu können," versteht Kemmerich die Praxis in Sachen Kunst- und Kulturförderung in Erfurt nicht.


Unter der Überschrift "Fürstliche Kunstförderung" hat die Thüringer Landeshauptstadt deutschlandweit mit dem Totsparen einer Kunst- und Kulturlandschaft jenseits prestigereicher Großveranstaltungen von sich hören lassen. Weinreiter wird saniert, Hörsalon geschlossen, die "Galerie" im Kunsthaus gibt es nicht mehr. Und diese drei stehen nur stellvertretend für eine bunte Szene, die es genauso hart trifft. Sie alle stehen durch die einseitige Denkweise der Verantwortlichen in Erfurt vor dem Aus. Aber sie alle prägen auch maßgeblich mit ihren individuellen Projekten das Bild von Erfurt und machen seine Einzigartigkeit aus.

Immer wieder pocht der Stadtrat auf ein neues Stadtmarketing. " Erfurt besteht jedoch nicht nur aus Domstufen, Krämerbrücke und Fischmarkt", so Kemmerich. Und weiter: "Die Kunst- und Kulturschätze vergangener Epochen machen einen großen Teil unserer Stadt aus. Aber im gleichen Atemzug sind wir aufgefordert, junge Künstler und ihre Arbeit zu unterstützen. Sie halten unsere Stadt jung und lebendig, geben uns Anschluss an den Rest der Welt!"