ERFURT. "Die Idee, energiesparende Kühlschränke und Waschmaschinen zu bezuschussen, muss als Ergebnis einer ganzen Arbeitsgruppe unter Wirtschaftsminister Glos als kurzfristig wirkende, millionenschwere Finanzspritze eingestuft werden," wundert sich Thomas L. Kemmerich von der Erfurter FDP-Liga über die Vorstöße unserer Regierung.

"Als ernstzunehmende Maßnahme zum Energiesparen taugt die Meldung nicht im Geringsten: Erstens sind neue Küchengeräte allgemein auf einem guten und energiefreundlichen Stand. Zweitens hängen sowohl Kauf als auch Benutzung sehr von individuellen Gewohnheiten der Käufer ab. Und wer in Deutschland für Benzin und Energie immer tiefer in die Tasche greifen muss, wem nach Abzug aller Abgaben von seinem Lohn nicht mehr viel bleibt, dem sind die von Minister Glos versprochenen Geldmittel kein Anreiz, der Umwelt zuliebe Investitionen in die Küchenzeile zu tätigen." Und weiter: "Anstatt über bedenkliche Einmalzahlungen nachzudenken, sollte sich unsere Bundesregierung besser um die Regulierung des Energiemarktes bemühen. Denn auch wenn energiesparende Geräte angeschafft werden, hat der Verbraucher bei den ständig steigenden Preisen für Strom keinen Vorteil."

Die Meldung: Bundeswirtschaftsminister Michael Glos hatte als Antwort auf das Thema "Energiesparen" und angesichts steigender Energiepreise vorgeschlagen, den Kauf umweltfreundlicherer Kühlgeräte und Waschmaschinen mit einem Betrag zwischen einhundert und zweihundert Euro zu bezuschussen. Zudem will die Arbeitsgruppe das CO2-Gebäudesanierungsprogramm bis 2015 fortsetzten, um mittels Sanierung Heizkosten zu reduzieren. Um sich die Umweltschützer mit ins Boot zu holen, schlägt Glos zudem vor, die Laufzeit der Kernkraftwerke um acht Jahre auf dann vierzig Jahre zu verlängern. "Diese Aussagen in Kombination zueinander zeugen zweifelsfrei von der Kompetenzlosigkeit unseres oberen Wirtschaftsministers."

01. September 2008 Simon