ERFURT. In der Thüringer Presselandschaft machte es überraschend schnell die Runde: Das Thüringer Landesamt für Statistik konstatierte eine Steigerung der Betreuungsquote bei den zwei bis dreijährigen Kindern auf 76,1 Prozent, obwohl die Anzahl der Kinder dieser Altersgruppe leicht sank, und auch bei den Kleinen zwischen einem und zwei Jahren, erhöhte sich laut TLS die Tendenz, eine Krippe oder einen Kindergarten zu besuchen auf 34,6 Prozent. "Selbst wenn Herr Gehrmann als Althaus` persönlicher Referent unter dem Zusatz "Persönlich/Vertraulich" versucht, Meinungen über die Ministerien zu beeinflussen und Stimmung zu machen, hat die Familienoffensive nicht dazu beigetragen, die Gesamtsituation bei der Kita-Betreuung in unserem Bundesland zu verbessern", geht Thomas L. Kemmerich von der Erfurter FDP in Opposition, "ohne sich der vorgeworfenen Polemik" anschließen zu wollen.

Sicher scheint auf jeden Fall: Die Befürchtung, insbesondere sozial schwache Eltern ließen ihre Kinder zu Hause, um den vollen monatlichen Betrag über einhundertfünfzig Euro des Thüringer Elterngeldes für ihre Kinder zwischen dem Zweiten und Dritten Lebensjahr überwiesen zu bekommen, hat sich nicht bestätigt. "Ich bezweifle trotzdem, das sich die Familienoffensive dafür verantwortlich zeichnet", so der Kreisvorsitzende weiter - "sowohl in die eine, als auch in die andere Richtung."

Für Kemmerich, selbst mehrfacher Familienvater, sind das neue Elterngeld als eine Art Lohnfortzahlung ab der Geburt eines Kindes, steigende Beschäftigungszahlen, aber auch die nur marginal sinkenden Geburtenraten die Hauptgründe für die weiterhin anhaltende, starke Nachfrage nach Kita-Plätzen - vor allem in Erfurt. Schönfärberei ist jedoch nicht nach dem Geschmack des Liberalen. Er bemängelt, dass Krippenplätze auf Grund negativer Prognosen der letzten Jahre massiv abgebaut wurden. Nach Kemmerich hat die Verwaltung einfach verschlafen, was jeder Erfurter auf dem Anger sehen konnte: Nach neuesten Untersuchungen hat die Landeshauptstadt eine große Chance, den Thüringenweiten Trend des Bevölkerungsrückgangs zu entgehen und seine Zahlen zu verbessern. Dazu gehört auch, dass mehr Kinder geboren werden!

"Die FDP wird sich in jedem Fall für den Ausbau und die Umsetzung von Qualitätsstandards in Krippen und Kindergärten einsetzten", stellt der Erfurter Kreisverband klar. "Dazu stehen wir und dafür arbeiten wir, und das ohne interne Absprachen und einen "Plan B" im Ärmel, falls der sozialpolitische Wind rauer wird."

04. September 2008 Simon