Kemmerich: Geld für Reformen ist im Bildungssystem gut investiert

ERFURT. "Jeder Euro, der heute in unser Bildungssystem fließt, muss später nicht in Sozialleistungen investiert werden," ist sich Thomas L. Kemmerich, FDP Politiker aus Erfurt, sicher. Wenn Frau Merkel, Bildungsministerin Schavan und Arbeitsminister Scholz gemeinsam mit den sechzehn Landesfürsten in Dresden um einen Tisch sitzen und versuchen, als Gipfel der Kanzlerinnen-Bildungsreise innerhalb zwei Stunden wichtige Reformen auf den Weg zu bringen, ist es als eine Reaktion auf die dringenden Probleme zu sehen. Auch wenn die Zeitvorgaben knapp sind.


Betont wurde im Vorfeld der Sitzung schließlich: Dies sei kein Finanzgipfel. "Um Finanzen geht es also nicht", so der Thüringer Liberale. "Aber wie will man wichtige Maßnahmen wie Sprachförderung für Migrantenkinder, Hilfe für Schulabbrecher und eine Öffnung der Hochschulen für Menschen ohne klassisches Abitur aber mit Berufsausbildung dann umsetzen?" Das von Experten gelobte und dringend zur Umsetzung empfohlene Konzept der Ganztagesschulen ist nicht richtig umgesetzt. "Immer noch scheitern derartige Vorhaben an Personal, sprich Lehrermangel, und an den meisten Schulen ist es nicht einmal möglich, ein gesundes Mittagessen zu anzubieten", ärgert sich Kemmerich. "Was wir brauchen ist ein stabiles Schulsystem, das in der Lage ist, soziale Herkunftsprobleme abzufangen und Kinder individuell zu fördern!"

In Deutschland ist es aber leider immer noch so, das in erster Linie die familiäre Herkunft entscheidet, was aus einem Kind wird. Die Schichtendurchlässigkeit ist längst nicht so hoch, wie wir es uns gern einreden. Denn Fakt ist: Kinder von Hartz IV- Empfängern haben deutlich schlechtere Chancen auf dem Schul- und Arbeitsmarkt als Kinder, deren Eltern Arbeit haben.
"Bildung ist der Einstieg in die Arbeit und Aufstieg durch Arbeit", betonte Frau Merkel so treffend den Kern der Thematik. Kemmerich: "Wir nehmen Sie beim Wort!"