Erfurter FDP und "Liberaler Mittelstand Thüringen" fordern die Auflage eines "Sofortprogramms Direktkredite" für kleine und mittelständische Unternehmen" durch die Thüringer Landesregierung

Dr. Stefan Feuerstein, Bundestagsdirektkandidat der FDP Erfurt/Weimar und Thomas Kemmerich, Kreisvorsitzender der FDP Erfurt und Vorsitzender des Liberalen Mittelstand Thüringen fordern die Thüringer Landesregierung auf, mit einem "Sofortprogramm Direktkredite für kleine und mittelständische Unternehmen" rechtzeitig auf die bereits jetzt spürbaren Folgen der starken wirtschaftlichen Rezession zu reagieren.

Thüringen hatte in den letzen Jahren vom wirtschaftlichen Wachstum in genau den Branchen profitiert, die jetzt überproportional stark von der Rezession betroffen werden.


Hierbei handelt es sich - neben der Automobil- und Automobilzulieferindustrie mit mehr als 30000 Beschäftigten - z. B. um Unternehmen der Logistikbranche, die sich entlang der A 4 angesiedelt haben und um viele kleine Unternehmen, die als Zulieferer und Dienstleister von Aufträgen aus diesen Branchen leben. Wegen dieser z. T. einseitigen Wirtschaftsstruktur wird die Rezession den Arbeitsmarkt in Thüringen früher erreichen und härter treffen als viele andere Regionen in Deutschland.

"Die Rezession ist in den Köpfen der Menschen noch gar nicht angekommen, aber spätestens nach Vorlage der Zahlen für das 4. Quartal 2008 werden viele mittelständische Unternehmen Probleme bekommen, ihre Liquidität zu sichern", so Feuerstein und Kemmerich.

Die seitens der Thüringer Landesregierung, nach dem letzten Treffen mit AT (Verband der Automobilzulieferindustrie Thüringen) präsentierten Hilfsmaßnahmen, wie das Angebot zur Prüfung von Landesbürgschaften für Unternehmenskredite und die schnellere Bearbeitung von Anträgen auf Investitionsförderung gehen teilweise in die richtige Richtung.

Diese Maßnahmen wirken jedoch nicht rasch genug und klammern wesentliche Probleme - wie Liquiditätsengpässe und eine mangelhafte Eigenkapital -ausstattung der Unternehmen - aus.

Die Erfurter FDP und der "Liberale Mittelstand Thüringen" fordern daher ein "Sofortprogramm Direktkredite" der Thüringer Aufbaubank für kleine und Mittelständische Unternehmen in einer Notlage.

Mittelständische Unternehmen finden in einer Notlage häufig keine Geschäftsbank, die bereit ist für Ihre Firma einen Teil des Darlehens ins Eigenobligo zu nehmen und einen Antrag auf Landesverbürgung eines dringend benötigen Kredites zu stellen. In solchen Situationen kann oft nur mit einem Direktkredit der Thüringer Aufbaubank geholfen werden. Z.B. mit einem Darlehen aus dem "Konsolidierungsprogramm", das kurzfristig und ohne Hausbankobligo bereitgestellt wird. Dieses Kreditprogramm sollte daher volumenverstärkt und gegebenenfalls umgewidmet werden.

Darüber hinaus halten beide Unternehmer die Eigenkapitalverstärkung für mittelständische Unternehmen durch Erweiterung der Beteiligungsangebote der MBG - Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Thüringen mbH und der BGT - Beteiligungsgesellschaft Thüringen mbH für dringend erforderlich.

Thüringer Mittelständler haben eine extrem dünne Eigenkapitaldecke und sind daher aus länger anhaltenden Krisen nicht gut vorbereitet. Darüber hinaus hemmt die mangelnde Kapitalausstattung viele kleine und mittlere Unternehmen am Wachstum. Hier kann eine Ausweitung der Angebote von "Stille Beteiligungen" seitens der Landesbe-teiligungsgesellschaften helfen.

Auf Bundesebene sollte sich der Freistaat Thüringen für eine nochmalige Ausweitung der Kurzarbeiterregelungen einsetzen, um es den Firmen zu erleichtern rascher und wirksamer auf Auftragseinbrüche zu reagieren.

"Die Thüringer Landesregierung sollte nicht warten, bis die Rezession den Arbeitsmarkt erreicht hat, sondern bereits Vorsorge treffen mit rasch wirksamen Hilfsangeboten für Unternehmen in Notlagen", so Feuerstein und Kemmerich abschließend.

22. November 2008 Simon