ERFURT. Nach aktuellen Zahlen der IKK-Thüringen fordert der Gesundheitsfond allein von den Rentnern im Freistaat einen Mehrbetrag von 85 Millionen Euro pro Jahr, der zu fünfzig Prozent von den Leistungsbeziehern direkt zu schultern ist und deren andere Hälfte durch die Rentenkassen, sprich über Steuereinnahmen, beglichen wird.
Drei von vier Rentnern müssen damit in Thüringen tiefer ins Portemonnaie greifen um die monatlichen Krankenkassenbeiträge zu zahlen. Angesichts der durchschnittlich schmalen
Renten und der immens gestiegenen Beitragssätze ergibt sich laut Thomas L. Kemmerich von der Erfurter FDP nach einem Gespräch zum Thema mit Frank Hippler, Vorstand der Thüringer Innungskrankenkasse ein Zustand, "der so nicht vertretbar ist. "Denn Rentenbezieher profitieren nicht von der Absenkung der Arbeitslosenversicherungs-Steuer. Betriebsrentner, die seit 2004 den vollen Krankenversicherungsbeitrag zu entrichten haben
werden überproportional belastet!


Schon jetzt können die Krankenkassen nicht kalkulieren, ob ein Zusatzbeitrag erhoben werden muss, um überhaupt Kosten deckend zu arbeiten. Bei Rentnern und Geringverdienern macht der fällige Zusatzbeitrag von einem Prozent des Einkommens eine Menge aus. Thomas L. Kemmerich fordert daher, Einkommen bis zu 800 Euro gänzlich von etwaigen Zusatzbeträgen zu befreien und die lange von der FDP geforderte Absenkung der Mehrwertssteuer auf Arzneimittel von 19 auf sieben Prozent endlich umzusetzen. "Damit ließen sich bis zu drei Milliarden Euro jährlich einsparen, auf Beitragsprozente umgerechnet ergeben sich 0,2 bis 0,3 % für den Krankenkassenbetrag."

24. November 2008 Simon