ERFURT. Opel wirbt seit geraumer Zeit mit dem Slogan "Frisches denken für bessere Autos". "In der Umsetzung hätte ich mir die Auslegung dieser griffigen Formel doch anders gedacht", bemerkt Thomas L. Kemmerich (FDP) zu den angekündigten Rabattaktionen, um mehr Kunden hierzulande den ewigen Volkswagenkonkurrenten schmackhaft zu machen.

Das frische Denken darf laut dem FDP-Wirtschaftsmann nicht darin bestehen, Preisnachlässe für Käufer zu offerieren um sie zum Kauf eines Neuwagens zu animieren, auf der anderen Seite aber lauthals nach staatlichen Schutzschirmen zu verlangen. Zugegeben, General Motors hat Schwierigkeiten, sich am US-Markt zu halten. "Ob es aber die richtige Strategie ist, mehr Auto für weniger Geld zu versprechen halte ich für fragwürdig, um nicht zu sagen wettbewerbsverzerrend."

Es ist eine einfache Formel: Würde Opel die besseren Autos bauen, würden die Zahlen stimmen. Schlechte Zahlen gehören aber auch zum Wirtschaftsleben. In Krisenzeiten zeigt sich nun die ganze Misere: Die Modellpalette kommt nicht an, die Rüsselsheimer müssen Absatzeinbußen hinnehmen. "Dabei jedoch auf milliardenschwere Bürgschaften der Bundesregierung zu spekulieren halte ich für einen bedenkenswerten Schritt", so Kemmerich. Es kann in den Augen des Liberalen nicht sein, das Opel seine Marktposition mit staatlichen Geldern sichert. Denn einen Nebeneffekt haben Krisen auch: Sie trennen die Spreu vom Weizen.