ERFURT. Nicht schlecht staunte ein Unternehmer aus Thüringen, als ihm kürzlich das Landesamt für Statistik per Post mit einem Heranziehungsbescheid in Höhe von 250 Euro drohte, sollte er nicht binnen vierzehn Tagen sämtliche relevanten Geschäftsdaten aus dem Jahr 2007 beibringen.

Das Problem des Angeschriebenen liegt weniger im Archivsystem seiner Ein-Mann-Firma mit einem Jahresumsatz von 60 000 Euro. Vielmehr wunderte sich der ins Visier der Datensammler Geratene um die Akribie der Behörde und den schier unbedingten Willen, einen korrekt bearbeiteten Erhebungsbogen zurück zu bekommen. An diesem Punkt wird auch ein Unternehmer schwach und gibt zu: Angesichts der vielen Arbeit für die Firma kam ihm der zwölfseitige Bogen der Behörde wie ein Witz vor. Natürlich hätte er die Daten heraussuchen und zusammen stellen können, natürlich hätte er seine Firma im nicht gerade unkomplizierten Kategoriesystem der Statistiker einordnen können.
"Aber verdammt noch Mal, ich muss für meine Existenz und meine Familie arbeiten und kann nicht eben eine vierseitige Anleitung durcharbeiten, um einen sechsseitigen Fragemarathon auszufüllen um zu einem verzwickten, doppelseitigen Kategorieschema zu kommen, indem ich meine Firma nach unterschiedlichsten Parametern bewerten soll", hört der Spaß für den Unternehmer im Fadenkreuz der "Strukturerhebung im Dienstleistungsbereich 2007" auf.
Sauer und verärgert streicht ein Unternehmer irgendwo in Thüringen einen Sonntag im Monat März für Familienaktivitäten und Entspannung aus dem Kalender - Zum Wohle der Statistiker unseres Freistaates - und kommt der Forderung des Landesamtes nach Mahnung nach. Auch das muss ein Unternehmer schlucken!