ERFURT. Thüringens Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz soll den Bürgern zur Seite stehen und die Gasversorger, notfalls per Gesetz und unter Hilfe des Bundeskartellamtes zwingen die möglichen Gaspreissenkunkungen an die Bürger weiterzugeben, fordert Thomas L. Kemmerich als wirtschaftspolitischer Sprecher der Thüringer FDP. Zehn Jahre nach der Liberalisierung ist von Wettbewerb am deutschen Gasmarkt wenig zu spüren. Nach der Entwicklung der Ölpreise wäre eine Preisermäßigung von 24 Prozent angemessen. Jedoch haben die Versorger für das zweite Quartal 2009 Preissenkungen von nur etwa 12 Prozent angekündigt.

Zur Erinnerung, der Ölpreis, der für die massiven Erhöhungen des Vorjahres herhalten musste, hat sich fast um zweidrittel reduziert und steht auf dem Niveau von 2005.

Um eine deutliche Entlastung der Verbraucher zu bewirken, ist es unabdingbar das Bundeskartellamt zu stärken. "Nur wenn unsere oberste Regulierungsbehörde schnell und nachhaltig arbeiten kann, können die nicht mehr nachvollziehbaren Preisgestaltungen der Gasanbieter aber auch der Stromversorger unterbunden werden", so Kemmerich.

Auch für die kommenden Monate müssten demnach weitere Preissenkungen folgen. Sollten auch diese nur zur Hälfte umgesetzt werden, bedeute dies, dass die Gasversorger in diesem Jahr rund 1,6 Milliarden Euro zu viel einnehmen. Ein Durchschnittshaushalt zahle dann 2009 rund 150 Euro zu viel für sein Gas.

Spätestens im Sommer müssten die Gaspreise in Deutschland wieder bei rund vier Cent pro Kilowattstunde liegen, folgern die Studienautoren. Derzeit liegt das Preisniveau bei etwa 6,5 Cent. Laut Studie verzögern die Gasversorger ihre Preissenkungen gezielt. So fielen Senkungen oft in die verbrauchsarmen Sommermonate und zum Winter steigen die Preise oder bleiben hoch. Dadurch nehmen die Unternehmen jährlich rund 350 Millionen Euro ungerechtfertigt ein. Gerade in der heutigen Zeit, ist ein schnelles Engreifen wichtig, so Thomas L. Kemmerich abschließend.