Thomas L. Kemmerich warnt vor aktuellen Plänen von SPD und Gewerkschaften

ERFURT. Die neuerlichen Pläne von SPD und Gewerkschaften, in der Wirtschaftskrise die Altersteilzeit wieder aufzurollen und den auslaufenden Vorruhestandszuschuss der Bundesagentur für Arbeit zu verlängern, stoßen bei dem wirtschaftspolitischen Sprecher der Thüringer FDP, Thomas L. Kemmerich, auf Widerstand. "Damit verlagern wir Probleme am Arbeitsmarkt lediglich auf die Sozialkassen", argumentiert Kemmerich.


Die letzte Krise 2000/2001 hat Deutschland auch ohne die Verlängerung der staatlich geförderten Altersteilzeit überwunden. Zudem konnte die Arbeitslosenquote seitdem von sechs auf drei Millionen reduziert werden. Daher plädiert Kemmerich für bewährte Instrumentarien wie eine effektive Arbeitsvermittlung sowie die weitere Senkung der Lohnnebenkosten. Zwar hat man die Arbeitslosenversicherungsbeiträge von 6,5 auf 2,8 Prozent reduziert. Die signifikante Erhöhung der Krankenversicherungsbeiträge hat diesen finanziellen Freiraum jedoch mehr als ausgefüllt.
"In Zeiten von Fachkräftemangel ältere Mitarbeiter auf das Abstellgleis zu schieben", ist für Kemmerich zudem ein denkbar ungeeignetes Zeichen. "Der Wunsch der Gewerkschaften, dadurch frei werdende Stellen mit Auszubildenden und Arbeitslosen zu besetzen, wird sich nicht erfüllen", so der FDP-Politiker. Mit diesem Einschnitt entzieht man dem Markt Erfahrung und Wissen. In einer Gesellschaft, deren Anteil an älteren Menschen von Jahr zu Jahr steigt, käme eine verlängerte Altersteilzeit einer arbeitsmarktpolitischen Rolle rückwärts gleich.