ERFURT. Er trat bereits 1947 der noch jungen Liberal Demokratischen Partei Deutschlands (LDPD, die liberale Vorläuferpartei der heutigen FDP in der damaligen DDR) bei und war seit seinem Umzug nach Erfurt 1961 zwanzig Jahre lang Stellvertreter des Oberbürgermeisters der Stadt. Im Ressort Handel und Versorgung machte er sich einen so guten Namen, dass ihm der Vaterländische Verdienstorden in Silber verliehen wurde. Den am Weltgeschehen aber auch an Sport und Literatur Interessierten verband ein hohes politisches Engagement mit dem Wiederaufbau der DDR.

Das "Kind armer Leute" studierte in den 50er Jahren Wirtschaftswissenschaften und war anschließend Leiter des Kreditgeschäftes bei der Eisenacher Notenbank. Man schätzte ihn branchenübergreifend als Versorgungsfachmann und offenen Menschen, der er trotz seiner Ämter immer geblieben ist. Noch bis zuletzt richteten ehemalige Mitarbeiter und Freunde dem ehemaligen "Stadtrat" beste Grüße aus.

Einen Tag vor seinem 82. Geburtstag erlag Heinz Schäfer einem Herzstillstand. Ohne Leid und Schmerz ging ein inhaltsreiches, zielstrebiges Leben zu Ende.