Wirtschaft

Über vierhundert Milliarden gehen an Banken, ohne das Kunden etwa davon spüren

ERFURT. Von den knapp 450 Milliarden Euro der Europäischen Zentralbank an 1121 Banken und Sparkassen der Eurozone, kommt kein Cent bei den Kunden an. Thomas L. Kemmerich, wirtschaftspolitischer Sprecher der FDP Thüringen, fordert an dieser Stelle für finanzielle Hilfen in jeder Form verbindliche Regeln für die Empfänger um sicherstellen zu können, dass die Gelder ihren Zweck auch erfüllen. "Unsere Politik muss nun im Nachhinein auf etwaige Maßgaben drängen", so Kemmerich.

Gedacht als Liquiditätshilfe im Zuge der Finanzmarktkrise entpuppt sich das Geld als ein weiches Polster für die Kreditinstitute. Ihren eigentlichen Sinn verfehlen die unbegrenzten Kredite mit einer Laufzeit von einem Jahr und zum Preis von einem Prozent damit völlig. Das Bonbon der EZB wird dagegen neben staatlichen Zuschüssen gern zur Erhöhung der Eigenkapitalquote aufgegriffen.

Ansonsten sieht es der Liberale wie zunehmend mehr Marktexperten: Die Banken schwimmen im Geld und klein- und mittelständische Firmen scheitern an den enormen Kreditkosten anstatt von dem Geldsegen der Europäische Zentralbank zu profitieren.

"Man muss damit rechnen, dass sich die marktwirtschaftliche Situation schneller verbessert als das Geld zurück an die Zentralbank fließt - die Inflation wird damit ordentlich angeheizt", gibt Kemmerich zu bedenken. Als empörend empfindet er das angesichts der Finanzspritze der EZB steigende Vorratsverhalten der Bankhäuser. Weder Guthabenszinsen steigen noch sinken die Kreditkosten. "Im Schnitt verdienen Bankhäuser elf Prozent an jedem Euro den sie als Überziehungskredit für durchschnittlich zwölf Prozent verkaufen".