Wirtschaft

Quelles Herbst-Winter-Katalog auf Steuerzahlerkosten verzerrt den Wettbewerb

ERFURT. Gegen eine Finanzierung des anstehenden Quelle-Kataloges hatte sich auch Thomas L. Kemmerich ausgesprochen. Nun wird die Hochglanz-Schwarte wider Erwarten des wirtschaftspolitischen Sprechers der FDP Thüringen doch gedruckt und ausgeliefert. "Es ist das erste Mal, dass zu Guttenberg als Wirtschaftsminister einknickt und Zugeständnisse macht, die er bis vor kurzem selbst nicht gelten lassen wollte.

Kemmerich ist überzeugt, dass vor allem der Druck aus den Reihen der bayrischen CSU dem in Fürth ansässigen Versandhaus "eine Handbreit Wasser unter dem Kiel rettete". Durch die spontane öffentlich gemachte Ehrenbürgschaft von Horst Seehofer beeindruckt, wurde zwar in Berlin über Sinn und Nutzen des Massekredites diskutiert. Trotzdem wies man 50 Millionen Euro an. Der über Steuergelder gesponserte Katalog erscheint pünktlich auf dem Markt.

"Absatzprobleme können auch hausgemacht sein", reagiert Kemmerich auf den Wettbewerbsverzerrenden Eingriff. Konkurrent Otto ist das Beispiel, das es auch anders gehen kann: Ohne Staatshilfen aber mit einem pfiffigen Angebot und einem klaren Kurs verzeichnet die Firma steigende Gewinne. Zudem: Das Madeleine Schickedanz als Großaktionärin von Karstadt-Quelle nicht angesprochen wurde, mit einer Finanzspritze einzuspringen, stuft Kemmerich als idenlosen Aktionismus ein. Oder aber, die findige Investorin strich gleich die Segel in Anbetracht der Lage.