Wirtschaft

Geschäftsinhaber fordern schnelleren Fortgang der Arbeiten

ERFURT. Die nächste Dauerbaustelle wurde eröffnet. Zum Leidwesen der Anwohner und Geschäftstreibenden der Bahnhofstraße unmittelbar vor ihren Haustüren. Mit einer lapidaren Ankündigung von Seiten des Bauamtes beginnt für die Händler eine Zeit, die als Existenz bedrohend eingestuft werden muss. Denn ob bis zum Ende der Bauarbeiten im Dezember 2010 genug Kunden die Treue halten, bezweifeln die Ladeninhaber schon heute und denken an Aufgabe.

Durch langfristige Mietverträge gebunden, wissen viele nicht, wie es weitergehen soll. Eine Baustelle vor der Tür ist natürlich kein rechtlicher Kündigungsgrund. Jobs der Mitarbeiter und die Existenz der Inhaber stehen auf der Kippe, kleinere Läden fürchten um das endgültige Aus und Schulden durch Ware, die nicht verkauft werden kann. Der Vorwurf: Durch Fehlplanungen der Verwaltung im Vorfeld müssen nun die Einzelhändler bezahlen.

Für alle unverständlich: Die Sanierung der Straße ist mit einer Zeit von eineinhalb Jahren veranschlagt. Im Moment folgt nach dem Aufhacken der Betonschicht eine Bestandsaufnahme. "Das alles kann auch in der Hälfte der Zeit umgesetzt werden", äußert sich Thomas L. Kemmerich zu den Zuständen. Als Stadtrat und Fraktionschef der Liberalen aber auch als Unternehmer kann er nachvollziehen, was es bedeutet, wenn am Tag nur eine Hand voll Menschen den Laden frequentiert.

Kemmerich fordert daher ein Überdenken der Baustellenplanung. "Mit mehr Bauarbeitern in kürzerer Zeit das Straßenprojekt abzuschließen, kostet nicht mehr Geld und unter dem Strich ist allen geholfen". Gegenüber der Stadtverwaltung fühlen sich die Anwohner und Gewerbetreibenden dennoch hilflos ausgeliefert. "Gegen die Gesetze der Stadt kommen wir nicht an", ärgert sich ein Ladenbesitzer und kündigt an, mit Betroffenen eine Initiative zu organisieren. "Man kann schließlich nicht zusehen, wie einem die Zukunft direkt verbaut wird"!