Kommunal

Für Kemmerich ist Bruch zu extrem - Stadtrat hätte einbezogen werden müssen

ERFURT. Das hektische Für und Wider um das neue Stadt-Logo der Landeshauptstadt Erfurt ist Ausdruck eines Prozesses, in dem an der Marke "Erfurt" zu oft gebastelt wurde, davon ist Thomas L. Kemmerich als Stadtratsmitglied der Liberalen überzeugt. Schließlich gab es immer wieder Neuerungen - und nun einen komplett neuen Ansatz. "In Zeiten notorisch klammer Kassen ein teurer Spaß, bei dem der Stadtrat nicht einbezogen wurde", ärgert sich Kemmerich. "Eine so weitreichende Entscheidung darf nicht allein von der Tourismus GmbH abgesegnet werden".

Ungeachtet dessen, für was der ausgewählte Vorschlag konkret steht und ob das neue Logo einen markanten Wiedererkennungswert hat, missfällt Kemmerich das Vorgehen: "Eine Marke muss wenn, dann sehr behutsam angepasst werden. Ansonsten führt ein totaler Bruch in der Markenführung zum Verlust des Kontextes". Augenscheinlich können sich auch viele Erfurter nicht mit der "Schneeflocke" anfreunden. "Wie will man dann Vorteile in der Vermarktung, sprich im Tourismus bewirken?", bezweifelt Kemmerich.

Am Beispiel großer Marken wie Coca Cola wird deutlich, wie es auch gehen kann: Trotz diverser Anpassungen an die Zeit hat man immer das Gefühl, der Slogan hat sich seit achtzig Jahren nicht verändert. "Auch das gehört zum Erfolgskonzept einer Marke", so Kemmerich. Wenn Erfurt alle 15 Jahre einen neuen, von Experten befürworteten Auftritt kreiert, zerstört das in erster Linie den Widererkennungswert der Stadt. Für 20 000 Euro.