Thomas L. Kemmerich in Vogelsberg
Thomas L. Kemmerich in Vogelsberg

Thomas L. Kemmerich auf Visite bei Anlagenbetreiber in Vogelsberg

ERFURT. Moderne Biogasanlagen haben Probleme, mit denen Solarkollektoren und Windkrafträder noch zu kämpfen haben, längst überwunden. Davon konnte sich Thomas L. Kemmerich ein Bild machen, als er die Vogelsberg Erste Biogas Betriebs GmbH in Vogelsberg bei Kölleda besuchte und mit Geschäftsführer Enrico Bergmann die Vor- und Nachteile gegenüber anderen regenerativen Energien diskutierte.

Zentraler Pluspunkt der grünen Kraftwerke ist die Möglichkeit des Speicherns. Sowohl entstehendes Gas als auch Abwärme - und das sind neben Dünger die einzigen Endprodukte - können auf Vorrat produziert werden und sind vollkommen unabhängig von Wind und Sonne herstellbar. Mit Kuhdung, Grünschnitt, Pflanzenabfällen und ähnlichen organischen Abfällen aus der Landwirtschaft als Grundlage, sorgen Bakterien für eine restlose, CO2-neutrale, schonende Zersetzung durch Fermentation in mehreren Durchläufen.

"Biomüll wird verwertet, Strom ins Netz eingespeist, die anliegenden Ortschaften mit einer um mindestens 30 Prozent günstigeren Fernwärme versorgt und der Rest der Biomasse als guter Dünger wieder aufs Feld gebracht", zeigte sich der wirtschaftspolitische Sprecher der FDP in Thüringen von dem Kreislaufsystem begeistert. Und mehrere Orte freuen sich ebenso über die vielen Vorteile. Allein die Vogelsberger sparen pro Jahr etwa 250 000 Liter Erdöl und durch die Preisgestaltung zusätzlich bares Geld.

"Wenn die Anlagen technisch eingerichtet sind und laufen, verursachen sie kaum Probleme", erläuterte Experte Bergmann. Und das meint der Großlandwirt auch im Hinblick auf die Nachhaltigkeit: "Solarmodule müssen nach ihrer durchschnittlichen Laufzeit von zehn Jahren umständlich entsorgt werden und zählen mit ihrem hohen Silikonbestandteil als echter Sondermüll. Außerdem sind sie abhängig von Licht. Windanlagen wiederum sind laut, kein gern gesehener Blickfang und für Vögel tödliche Hindernisse".

In Alperstedt wird mittlerweile ein riesiges Glasgewächshaus für Tomaten mit einer Biogasanlage ideal temperiert, in Sprötau die Champignons herunter gekühlt. "Und das zu einem Spottpreis gegenüber den Ausgaben für Erdgas und zudem extrem Umwelt- und Ressourcenfreundlich", so Wirtschaftsfachmann Kemmerich. Für ihn steht fest, dass Biogasanlagen zu Unrecht als stinkende Atmosphärenschädlinge abgetan werden. "Wenn es in Deutschland eine Energiewende gibt, dann sind moderne Biogasanlagen für Thüringen die bessere Alternative"!