Gesundheitspolitischer Sprecher der FDP im Gespräch mit Thüringer Fachleuten

ERFURT. Die aktuellen Zahlen unterstreichen das Statement von FDP-Gesundheitsexperte Daniel Bahr (MdB), der als Gast einer Podiumsdiskussion mit Vertretern der Krankenkassen, Apotheken und Ärzteschaften über das deutsche Gesundheitssystem souverän liberale Ansätze vertrat: Der Gesundheitssektor ist einer der größten Arbeitgeber mit steigender Tendenz. Allein in Thüringen sind derzeit 880 offene Stellen bei den Arbeitsagenturen vermerkt.

Mit Fachwissen und Kompetenz erläuterte Bahr den anwesenden Ärzten und Mittelständlern die aus Sicht der FDP nachzubessernden Punkte im durch Reformen insbesondere bürokratisch aufgeblähten Gesundheitsbereich. Klare Aussagen: Weniger Bürokratie, mehr Transparenz, mehr Eigenverantwortung für den Patienten, pro Kostenerstattung und Ja zur Beitragsautonomie. Auf Anfrage des wirtschaftspolitischen Sprechers der FDP in Thüringen, Thomas L. Kemmerich, verwies Bahr auf den Plan der FDP, eine Umstellung von den Beiträgen als Brutto-Arbeitsentgeld-Abgabe auf ein Prämiensystem plus Sozialausgleich aus Steuermitteln einführen zu wollen.

Das Fachpublikum teilte die Ansichten des Gesundheitspolitischen Sprechers der FDP-Bundestagsfraktion in vielen Punkten. Medizinische Versorgungszentren dürfen demnach den Wettbewerb durch den Anschluss an Krankenhäuser nicht verzerren. Die Praxisgebühr stellt kein geeignetes Instrument der Patienten-Selbstbeteiligung dar. Vielmehr plädierte auch Bahr für ein Leistungsprinzip im Gesundheitssystem. "Jeder Erwachsene kann Kreditverträge unterschreiben, ein Mitspracherecht in Sachen Gesundheit hat er allerdings nicht", konstatierte Bahr.