Abschiedsparty setzt Schlussstrich unter Bemühungen von Investor Zylla

ERFURT. Nach langwierigen Querelen zieht sich Wolfram Zylla als potentieller Investor in Thüringens Landeshauptsstadt zurück. Sein Vorhaben, auf dem Gelände der ehemaligen Lingel-Schuhfabrik einen Neubau entstehen zu lassen, musste der Hesse aufgeben. Bis zuletzt stritt er mit dem Bauamt der Stadt Erfurt um eine mögliche Nutzung. Alle Vorschläge von Zylla wurden abgeblockt. Einmal passte der Entwurf nicht zur Nachbarbebauung, dann fanden die Beamten eine Futtermittelhandlung ungeeignet.

Auch nachdem sich Stadtrat Thomas L. Kemmerich einschaltete, blieb Zylla skeptisch. Noch einmal kann er es sich nicht leisten, hunderttausende Euro in Abriss, Planung und Sicherung zu stecken um dann wieder einen Ablehnungsbescheid des Bauamtes zu kassieren.

Für die vier Bauarbeiter bedeutete die Abschiedsparty auf dem weitgehend beräumten Fabrikgelände gleichzeitig das Aus für ihre Weiterbeschäftigung. Anstatt im gut eingespielten Team für Zylla zu arbeiten, sitzen die jungen Männer nun wieder in der zuständigen Arbeitsagentur. Für die Magdeburger Allee bleibt der Schandfleck der entkernten Bauruine. "Das dieser Fall weitreichende Folgen hat, kann dem Bauamtsleiter egal sein. Sein Büro ist weit entfernt von den Büros der Arbeitsvermittlung", ärgert sich Kemmerich, der nun eine Anfrage auf Akteneinsicht gefordert hat.