Landtagswahl

: 1000 Lehrstellen in Thüringen sind noch immer unbesetzt - Kemmerich fordert Investitionen in Inhalte und Lehrausbildung

ERFURT. Kemmerich fordert mehr Investitionen in Inhalte und die Lehrerausbildung. "Durch vermittelnde Gespräche um beide Seiten für das Thema zu sensibilisieren, versuche ich die Kluft zwischen Schulen und Firmen zu entschärfen." Im Moment wird nach Meinung des FDP-Landtagskandidaten zu viel Geld in Baumaßnahmen versenkt, anstatt die Lehrerausbildung endlich zu verbessern und auf die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes auszurichten. Kemmerich drängt aber auch auf mehr Praxisvermittlung. "Das Schulsystem immer wieder umstellen zu wollen, wird uns bei diesem Problem keinen Schritt weiter bringen."

Als IHK Beiratsvorsitzender für Weimar und das Weimarer Land richtete kürzlich Matthias Grafe (Grafe Color Batch, Blankenhain) als Thüringer Unternehmer den Appell an die anwesenden Politiker einer Podiumsdiskussion, es mangle der heimischen Wirtschaft an ausreichend qualifizierten Bewerbern für den Bereich der betrieblichen Ausbildung. Diesen Trend kann auch Thomas L. Kemmerich, wirtschaftspolitischer Sprecher der FDP, unterstreichen. Auf Grund mangelnder schulischer Leistungen und wenig Flexibilität bleiben Lehrstellen unbesetzt. In Thüringen vermelden die Industrie- und Handelskammern 1000 Ausbildungsplätze, die zwei Wochen vor Beginn des neuen Ausbildungsjahres nicht vergeben werden konnten.

Unzureichende Ausbildungsreife ist schon seit geraumer Zeit zu einem Schlagwort avanciert, das bei entsprechenden Debatten für Zündstoff sorgt. Kemmerich: "Zu vielen Schülern fehlt es neben Grundkenntnissen in naturwissenschaftlichen Fächern und Deutsch vor allem auch an Sozialkompetenz. Das Unterrichtskonzept unserer Schulen wirkt aus diesem Blickwinkel weltfremd und wenig an der Praxis orientiert." Anstatt Azubis mit viel Engagement an das Arbeitsleben heran zu führen und für Ausgleich über Berufsschulen und zusätzliche Bildungsangebote zu sorgen, verzichten Firmen lieber gleich auf die Ausbildung von Nachwuchs im eigenen Haus oder setzten das Abitur als Zugangsvoraussetzung fest.