Wirtschaft

Kemmerich warnt vor Bürgschaftsübernahme angesichts der Faktenlage

ERFURT. Vor der Übernahme von Opel Deutschland durch den österreichisch-kanadischen Autozulieferer Magna gibt Thomas L. Kemmerich, der wirtschaftspolitische Sprecher der Liberalen im Thüringer Landtag zu bedenken, dass sich die Zeichen für ein Missglücken der Aktion mehren. In Anbetracht der Höhe der staatlichen Bürgschaft über 4,5 Mrd. Euro, aufgeteilt nach Standort-Bundesländern, und einem bereits mehrfach angekündigten sowie bestätigten Stellenabbau, sieht Kemmerich die Transaktion deutlich kritischer als die Fürsprecher der Liaison, die Magna noch immer alternativlos favorisieren.

Die Kette der Contra-Argumente nimmt aber nicht ab: Fiat, BMW und VW setzen, und aus unternehmerischer Sicht sind die Bedenken hinsichtlich der Beteiligung der russischen Sauberbank in diesem Kontext durchaus nachvollziehbar, auf eine Beendigung der Zusammenarbeit nach der Magna-Ankündigung, aus den Reihen der Automobilzulieferer in den Olymp der Autobauer aufzusteigen zu wollen. Groß ist die Angst, Patente zu verlieren. Jedoch, mit der Verlagerung der Produktion des geplanten Opel-Mini "Allegra", kam eine Meldung auf den Schirm, die letztlich nicht nur Kemmerichs Zweifel befeuern dürften und damit die Diskussion in ein neues Licht rückt.

Eindringlich warnt Kemmerich davor, Magna Mitte Oktober den Zuschlag zu erteilen. "Mit dem Erbe des Schuldenberges der großen Koalition sind 4,5 Mrd. Euro für ein derartig wackeliges Firmenkonstrukt wahrlich kein Kleingeld, das man unter sonstigen Ausgaben verbuchen kann."