Wirtschaft

Grundsätzlich befürwortet Thomas L. Kemmerich, wirtschaftpolitischer Sprecher der FDP im Thüringer Landtag, den Schritt von Vattenfall, sein Höchstspannungsnetzes an ein Finanzkonsortium aus Goldman Sachs sowie Allianz- und Deutsche Bank-Töchtern zu verkaufen. Damit kann ein Plus an Wettbewerb auf dem Energiemarkt einziehen, das elf Jahre nach der Liberalisierung der Strommärkte dringend notwendig ist.

Dabei darf jedoch nicht außer Acht gelassen werden, dass Verträge nicht zu Lasten der Verbraucher abgeschlossen werden, warnt Kemmerich. Solange unklar ist, wie sich Preise zusammensetzen, die Wartung erfolgt und eventuelle Auflagen zu befolgen sind, braucht man nicht in Jubelrufe ausbrechen. Noch befinden sich dreiviertel der deutschen Stromtrassen fest im Griff der drei Vattenfall-Konkurrenten. E.on ist zwar zu Gesprächen bereit, RWE und EnBW lehnen etwaige Verkaufs- oder Übernahmepläne jedoch strikt ab. "Im Zweifelsfall müssen die Bestrebungen der schwarz-gelben Regierung, die deutschen Übertragungsnetze in einer unabhängigen und kapitalmarktfähigen Netzgesellschaft zusammenzuführen, weiter vorangetrieben werden", so Kemmerich. Der Vorstoß von Vattenfall allein erzielt noch keine Wirkung.