Arbeitsmarktpolitik

Liberale fordern Ausbau der arbeitsmarktpolitischen Instrumentarien für einen besseren Übergang in den ersten Arbeitsmarkt und höhere Beschäftigungsquoten

Die Zahl der HartzIV-Empfänger liegt in Thüringen mit 9,6 Prozent über dem mit 7,9 Prozent angegebenen statistischen Durchschnitt für Deutschland. "Auch diesen Menschen muss durch Arbeit eine Perspektive geboten werden, zumal der Anteil von jungen Menschen und Frauen entsprechend hoch ist", warnt Thomas L. Kemmerich, wirtschaftspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion im Thüringer Landtag, vor dem Heraufbeschwören einer "Armut per Gesetz". Gerade Familien brauchen mehr Stabilität durch Angebote und Arbeit.

Mit Stand November 2009 blieben über elftausend Stellen allein in Thüringen unbesetzt, viele Kommunen haben Arbeit aber kein Geld. Um die Instrumentarien der Arbeitsagenturen zu bereichern und mehr Beschäftigung zu erzielen, macht Kemmerich noch einmal deutlich, dass das Konzept der Bürgerarbeit eine hilfreiche Maßnahme ist, Arbeitsplätze zu schaffen und die Leistungsbereitschaft der Betroffenen zu steigern. "Wer gänzlich aus dem Arbeitsmarkt gefallen ist, bekommt damit eine reale Chance, über Bürgerarbeit am Ball zu bleiben. Wenn der erste Arbeitsmarkt keine nachteilige Beeinflussung erfährt, ist das Modell Bürgerarbeit zu favorisieren ", so Kemmerich.
Der von der Linkspartei vorgeschlagene Kommunal-Kombi greift für den Liberalen zu kurz. Gerade das Erfassen von und persönliche Vermittlungsgespräche mit den Menschen garantieren, wie in zahlreichen Versuchen positiv belegt, eine Verbesserung der Gesamtsituation. Um bis zu 66 Prozent ging die Arbeitslosenzahl in den Versuchsregionen zurück. Entsprechende Anfragen will Kemmerich in den Landtag einbringen.