Arbeitsmarktpolitik

Abgabenbelastung steigt mit höheren Löhnen - System muss neu definiert werden

Solange die Menschen nicht bereit sind fünfzehn Euro für einen Herrenhaarschnitt auszugeben, wird auch die Einführung eines Mindestlohnes, egal in welcher Höhe, der angestellten Friseurin keinen Lebensunterhalt sichern. "Die momentane Debatte geht vollkommen an der Realität vorbei", kann Thomas L. Kemmerich der erneuten DGB-Forderungen nach 8,50 Euro als unterste Stundenlohn-Grenze nichts abgewinnen. Der wirtschaftspolitische Sprecher der Liberalen hält die hohe Belastung niedriger Löhne insgesamt für falsch. "Jeder Euro den die Gewerkschaften fordern kommt mit 50 Cent bei den Arbeitnehmern an, kostet den Arbeitgeber jedoch 1,50 Euro. Die steigenden Verbraucherpreise sind die Kunden nicht bereit zu zahlen, es folgen vermehrte Entlassungen und zunehmende Schwarzarbeit", umreißt Kemmerich den bekannten Kreislauf.

Grundsätzlich fordert der liberale Politiker daher die Entlastung von Einkommen bis 800 Euro von Sozialabgaben, verbunden mit einem transparenten Steuerstufenmodell und der Einführung des Bürgergeld-Modells. Ein Großteil des Verdienstes wird sofort über Abgaben abgeführt. Das da vom Lohn nicht mehr viel übrig bleibt, ist eine einfache Rechnung. Umso wichtiger ist es, eine konsequente Entlastung zu bewirken. Kemmerich: "Bleibt es beim alten System, klettern die Abgaben mit den Löhnen nach oben. Und bezahlen können das immer weniger Unternehmer."