Arbeitsmarktpolitik

Konzept ist unprofessionell und geht zu Lasten von Familien und Unternehmen

"Es ist nicht die Aufgabe eines Unternehmens, Möglichkeiten zur Pflege Angehöriger zuzusichern," positioniert sich Thomas L. Kemmerich, wirtschaftspolitischer Sprecher der Thüringer FDP-Landtagsfraktion, zu den Plänen von Familienministerin Schröder, Mitarbeitern die Betreuung von Familienmitgliedern erleichtern zu wollen. Es ist vielmehr die Pflicht des Staates, sich seiner Verantwortung zu stellen und diese gemeinschaftliche Aufgabe zu lösen ohne sie auf die Wirtschaft abzuwälzen. Ein Rechtsanspruch auf eine zweijährige Auszeit greift unverhältnismäßig in den vom Grundgesetz zugesicherten Schutz eines Unternehmens ein. "Zudem sind die Risiken sowohl für Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer nicht zu unterschätzen," verweißt Kemmerich auf die Achilles-Sehne des Entwurfes.

Für Arbeitnehmer sind die Rentenansprüche ungeklärt, das Risiko von Firmenpleiten während der Pflegezeit nicht eingerechnet. Ein Großteil des Risikos wird auf die Betriebe verschoben. Durch die Finanzmarktkrise belastet, werden für Firmen die Hemmnisse zur Einstellung von Personal erhöht. "Mit einem derartigen Konzept werden Pflegeleistungen, auch zum Leidwesen professioneller Anbieter, auf Familien verschoben. Und hier brauchen wir uns nichts vormachen," so der Liberale, "wird es meist die Frauen treffen, die dann aus dem Job aussteigen, um die Pflege zu übernehmen." Als Vorsitzender des Thüringer Gleichstellungsauschusses ist Kemmerich mit den anhaltenden Problemen von Jobrückkehrerinnen gut vertraut.
Sein Resümee: Absehbare demographische Entwicklungen erfordern intelligentere Pläne als eine weitere "Elternzeit für Eltern" auf Kosten der Frauen!