Kemmerich fordert Veröffentlichung relevanter Fakten für Ausschreibung und Vergabe

In dieser Woche hat Thüringens Wirtschaftsminister Machnig das Konzept für den "Zukunftsatlas 2020" vorgestellt. Dabei soll ein umfangreiches Standortprofil erarbeitet werden, um mögliche Wachstumsbranchen im Freistaat auszumachen. Zu den genauen Kosten des Projektes schwieg der Minister bei der Präsentation beharrlich. Laut MDR 1 Radio Thüringen veranschlagt die beauftragte, weltweit tätige Unternehmensberatung Roland Berger Strategy Consultants jedoch rund eine Million Euro für die Erstellung.

Hätte ein Thüringer Unternehmen das nicht auch leisten können? Thomas L. Kemmerich, wirtschaftspolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, bezweifelt, dass Thüringer Firmen überhaupt die Chance hatten, sich um den Forschungsauftrag zu bewerben und fordert nun in einer Anfrage an das Ministerium für Wirtschaft, Technologie und Arbeit die Veröffentlichung aller zur Angebotsabgabe aufgeforderten Unternehmen sowie deren Gebote.
In der Ausschreibung hieß es, dass mindestens drei, höchstens jedoch sechs Unternehmen zur Teilnahme aufgefordert werden. Laut Aussage von Machnig während der letzten Plenarsitzung hat sich kein Thüringer Unternehmen beteiligt. Wie diese Einseitigkeit zustande kommt und nach welchen Kriterien die drei bis sechs Kandidaten ausgewählt wurden bleibt bisher ebenso unbeantwortet wie die Frage danach, warum der Auftrag in einem beschleunigten Verfahren vergeben werden musste.