Weniger Ausnahmeregelungen schaffen weniger Steuer-Schluplöcher und entlasten damit niedrige und mittlere Einkommen! Auch deshalb muss ein neues Modell kommen, ist Thomas L. Kemmerich überzeugt. Er baut auf Lieberknechts Bierdeckel-Erinnerungs-Methode und favorisiert klar das von der Union anvisierte Stufenmodell. Selbst Im Format eines Glasuntersetzers wäre die Steuererklärung der Zukunft für die Thüringer Liberalen denkbar.

Nun hat jedoch Sozialdemokrat Dr. Pidde im Sommerloch das Jagen der "großen Fische" für sich entdeckt. Anders ist es für den wirtschaftspolitischen Sprecher der FDP nicht zu erklären, warum sich der Finanzpolitiker derart bemüßigt sieht, eine Lanze für umfangreiche Steuererklärungen zu brechen, wenn er den bedruckten Pappdeckel im Handgepäck von Thüringens First-Lady Christine Lieberknecht nur sieht. Eine einseitige Orientierung an den Besserverdienenden macht schnell blind für die Belange der Bürger.
Kemmerich kann die von Pidde zitierte "Berechtigung eines Großteils von Regelungen" daher nicht nachvollziehen. Experten warnen vor den Auswüchsen einer Überregulierung und fordern schon lange grundlegende Neuerungen. Dazu braucht es jedoch Mut. Genau an diesem Punkt sieht Kemmerich den Knackpunkt: An dieses Thema wagt sich keine Regierungspartei gern heran. Schließlich könnte auch die SPD an einem Misserfolg gemessen werden.