Sicher mit Hundeführerschein
Sicher mit Hundeführerschein

Aktueller Gesetzesentwurf zu populistisch diskutiert - andere Länder können Vorbild sein - steuerliche Vorteile als Anreiz

Die Beissstatistiken in Bundesländern mit einem Kampfhundeverbot haben sich nicht verbessert. Dafür sind die Tierheime dort voll mit Rassen, die per Liste als "gefährlich" eingestuft werden. Für FDP-Landtagspolitiker und Stadtrat Thomas L. Kemmerich wird die momentane Debatte um den Gesetzesentwurf des Thüringer Innenministeriums "Zum Schutz der Bevölkerung vor gefährlichen Hunden" zu populistisch geführt. Ohne Sachkenntnis und einem Blick auf mögliche Folgen wird versucht, der Angst der Menschen vor Hunde-Übergriffen zu begegnen. Kemmerich erinnert jedoch daran, dass nicht die Tiere das Problem sind, sondern meist die unfähigen oder überforderten Halter. Zudem hat Thüringen eine Gefahrenhundeverordnung, die bundesweit beispielhaft ist, deren Möglichkeiten aber leider nicht zur Gänze ausgeschöpft werden.

Dazu eine Lesermeinung: Zum Thema Hundeführerschein

"Wenn wir etwas für das Zusammenleben von Mensch und Vierbeiner tun wollen, muss es Thüringen schaffen, einen Hundeführerschein einzuführen. Nur so können Grundkenntnisse im Umgang mit einem Hund vermittelt und erste Auffälligkeiten bearbeitet werden", so Kemmerich. In der Schweiz hat man bereits sehr gute Erfahrungen mit diesem Projekt gesammelt. Bundesländer wie Schleswig-Holstein und Niedersachsen arbeite an einer Aufhebung von Rasselisten und Verboten und orientieren sich an den Erfahrungen europäischer Nachbarländer.
Parallel dazu prüft die Stadtratsfraktion der Erfurter Liberalen die Koppelung eines ermäßigten Hundesteuersatzes an den Hundeführerschein um eine Motivation für die Besitzer zu schaffen, sich mit den Bedürfnissen und Besonderheiten ihres Tieres auseinander zu setzen. Weitere Gespräche mit Experten werden in den kommenden Wochen stattfinden.