40-Tonner sind ökologische und ökonomische Alternative - Modellversuch jedoch nur unter strengen Auflagen

Grundsätzlich befürworteten der verkehrspolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Heinz Untermann, und sein Kollege, der Wirtschaftspolitiker Thomas L. Kemmerich, innovative Konzepte in der Logistikbranche. Neben einer favorisierten Nutzung des Schienengütertransportes sind die so genannten "Gigaliner" eine Alternative auf der Straße. Die neuartige Kombination von bewährten Fahrzeugen ermöglicht bei einem Gesamtgewicht von 40 Tonnen, 50% mehr Ladevolumen und ist den klassischen Sattelzügen in Sachen Lenkbarkeit sogar noch überlegen. "Diese Vorteile können wir nutzen, um den Transport zwischen Schienen, Schiff und auf der Straße effektiver zu gestalten und insgesamt zu bereichern," so Untermann. Eine aktuelle Studie der Fachhochschule in Erfurt hat die ökologischen und ökonomischen Vorzüge von EuroCombis belegt und erfährt auch von Thüringens Verkehrsminister Carius Unterstützung. Weniger Umweltbelastungen, geringerer Treibstoffverbrauch und reduzierte Betriebskosten machen die EuroCombis für Spediteure durchaus attraktiv.

Trotzdem besteht noch eine Reihe von offenen Fragen, die unbedingt einer Klärung bedürfen. So wurde zum Beispiel noch nicht geklärt, in wieweit Gigaliner auf dem nachgelagerten Straßennetz fahren können und ob die Mega-Transporter nicht auch eine gesteigerte Gefahr für alle anderen Verkehrsteilnehmer darstellen. "Deshalb," so ergänzt Thomas L. Kemmerich, "sind wir für die strikte Obergrenze von 40 Tonnen pro Gliederzug und die Beschränkung auf das Befahren ausgewiesener Straßen, die für diese Belastungen ausgelegt sind." Einer Fortschreibung des Modellversuchs mit EuroCombis will die FDP-Fraktion jedoch nur dann zustimmen, wenn wichtige Kriterien eingehalten werden. "Es wäre fatal, würden uns die positiven Effekte dazu bewegen, Mega-Trucks über die Straßen fahren zu lassen, für deren Schäden am Ende die Kommunen zu Kasse gebeten werden," macht Kemmerich deutlich. Da sich Thüringen sehr deutlich zum Status eines wichtigen Logistikstandortes innerhalb Deutschlands positioniert hat, darf man sich weder per Koalitionsvertrag von dem Thema verabschieden noch die Studienergebnisse der Fachhochschule ignorieren.