Aktionsprogramm Fachkräftesicherung reicht nicht aus und verharmlost Probleme

"Die Leitlinien des Aktionsprogramms zur Fachkräftesicherung greifen nicht weit genug und verharmlosen aktuelle Engpässe im Personalbereich," kommentiert der wirtschaftspolitische Sprecher der FDP das angekündigte Paket aus dem Wirtschaftsministerium, welches "den IST-Zustand in bekannter Weise wiedergibt, jedoch nur sehr unkonkrete Maßnahmen nennt, dem drohenden Mangel zu begegnen," macht Thomas L. Kemmerich deutlich. In absehbarer Zeit muss man sich vor dem Hintergrund des demographischen Wandels mehr einfallen lassen, als "Haltestrategien" zu entwickeln. Global vernetzte Firmen haben schon heute massive Probleme, hoch qualifizierte und spezialisierte Mitarbeiter zu finden. Das Warten auf landesweite Programme mit regionalem Fokus hätte fatale Folgen für diese Betriebe. Schon lange werden daher Ingenieure im Ausland rekrutiert oder Firmenteile ins außereuropäische Ausland verlegt - Was die Politik sich nicht traut umzusetzen, praktizieren einige Unternehmen sehr erfolgreich. "Ohne Einwanderung wird man den Fachkräftebedarf auf lange Sicht nicht decken können, doch immer noch ist man in dem Irrglauben, die enorme Nachfrage auch so lösen zu können."

Ein weiteres Anliegen ist es für den FDP-Politiker, Ausbildungsberufe und Studiengänge im technischen und naturwissenschaftlichen Bereich besser zu bewerben. In zehn bis fünfzehn Jahren erwarten Experten hier ein besonders ausgeprägtes Defizit im Fachkräftebereich. Ausdrücklich unterstützt Kemmerich zudem die Forderung der Grünen, mehr Frauen in den Arbeitsmarkt integrieren zu wollen. Oftmals scheitert es hier noch an der Vereinbarkeit von Familie und Karriere, obwohl die Qualifikation bei vielen Frauen nicht das Problem ist.
Kemmerich abschließend: "Eine gute Ausbildung ist das wichtigste Kriterium für einen Job. Unabhängig von Geschlecht und Nationalität muss diese Formel mehr und mehr zum Maßstab einer Politik werden, deren Aktionismus nicht an den Thüringer Landesgrenzen endet."