Aus dem Landtag
Mehr Zeit mit der Familie...
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Verbände sprachen sich für Änderung aus - Plenum votiert mehrheitlich dagegen

Das Thüringer Ladenöffnungsgesetz sollte auf Antrag der FDP-Landtagsfraktion dahingehend geändert werden, dass anstatt an einem, künftig an zwei Sonntagen im verkaufsintensiven Advent die Geschäfte geöffnet werden dürfen. Das Gros der vor der Anhörung befragten Verbände äußerte sich aufgeschlossen. Viele Tarifbeschäftigte würden aufgrund der Zuschläge sogar gern am Sonntag arbeiten, der Passus des "besonderen Anlasses" als Begründung sei überflüssig, war den Stellungnahmen zu entnehmen.

Im September-Plenum erteilten die Fraktionäre jedoch auch dem Entschließungsantrag der FDP mehrheitlich die rote Karte.

Was ist ein Entschließungsantrag?

Ungeachtet der Forderungen seitens der Händler, mehr Flexibilität zuzulassen, wogen die Bedenken hinsichtlich der besonderen Bedeutung der vorweihnachtlichen Zeit und arbeitnehmerrechtliche Fragen schwerer. "Natürlich ist die Adventzeit nicht nur Einkaufszeit," hält Thomas L. Kemmerich dagegen. Als wirtschaftspolitischer Sprecher der Liberalen weiß er aber auch um die Umsatzzahlen im Handel, die gerade in den letzten Wochen vor Jahresende noch einmal ordentlich zulegen: "Ich hätte mir mehr Verständnis für den Einzelhandel gewünscht, ein weiterer verkaufsoffener Sonntag im Dezember hätte für Konsumenten und Geschäftstreibende etwas gebracht."
Außer den sieben FDP-Fraktionsmitgliedern stimmten alle anderen Fraktionen geschlossen gegen den Gesetzesentwurf sowie gegen den Entschließungsantrag.