Betroffene besser in Lösungsmodelle einbeziehen - Aufklärung muss früher und besser stattfinden

Belange älterer Menschen in Politik und Gesellschaft stärker zu berücksichtigen, dafür plädiert der Vorsitzende des Gleichstellungsausschusses im Thüringer Landtag, Thomas L. Kemmerich (FDP), anlässlich des morgigen "Internationalen Tages der älteren Menschen". Die Belange der Generation 60Plus müssen vermehrt in den Blickpunkt von Politik und Gesellschaft gerückt werden. Die Liberalen sprechen sich dafür aus, in der Seniorenpolitik und Gesellschaft stärker die Bedürfnisse der Betroffenen zu berücksichtigen. Dazu gehört zum Beispiel gezielte Information über alternative Wohnformen mit mehren Generationen oder Senioren-Wohngemeinschaften.

Kemmerich weiß: insbesondere Frauen sind von Altersarmut deutlich häufiger betroffen als Männer. Es fehlt an öffentlicher Aufmerksamkeit für spezifische Probleme älterer Frauen. In vielen Ländern unterliegen sie höheren Risiken der Arbeitslosigkeit, der Armut, der Belastung durch Pflege und Kindererziehung sowie der Isolation. Am stärksten leiden im Alter jene Frauen unter Armut, bei denen die Absicherung über den Partner gescheitert ist und die selber nicht durch eigene Erwerbstätigkeit ausreichend vorsorgen konnten. Viele ältere Frauen haben eine kleine Rente, weil sie in schlecht bezahlten traditionellen Frauenberufen tätig waren.

"Um Altersarmut von Frauen zu verhindern, muss schon in der Schule Aufklärungsarbeit geleistet werden," meint Kemmerich. Es sollte stärker an die Eigenverantwortlichkeit appelliert werden. Junge Mädchen müssen wissen, dass die Berufswahl und lange Familienpausen sich gravierend auf die spätere Rente auswirken.