Peggy Katzer, bildungspolit. Sprecherin
Peggy Katzer, bildungspolit. Sprecherin

Im Schulamtsbereich Erfurt rüstet man sich, das Thema Gemeinschaftsschule in Angriff zu nehmen. Unter der Prämisse des längeren gemeinsamen Lernens wird den Erfurtern ein derzeit nicht tragfähiges Konzept vorgestellt, dass der FDP-Kreisverband Erfurt so nicht befürworten kann.

Interessierten Schulen wird die Möglichkeit eröffnet, Gemeinschaftsschule im Aufbau zu werden und die dreijährige Förderung durch das TMBWK zu erhalten. Angesichts des noch nicht bestätigten und unter Sparzwängen leidenden Landeshaushaltes ein risikovolles Unterfangen, ...


denn bei einer Ablehnung der Landesfördermittel ist der Schulträger, und damit die Stadt Erfurt, in der Pflicht. Warum also noch eine zusätzliche Schulart vorhalten?

Die Profile der Erfurter Grundschulen beinhalten bereits die Integration von Kindern mit besonderem Förderbedarf, die individuelle Förderung des Einzelnen in der Heterogenität der Lerngruppen bis hin zur Hochbegabung und die Rhythmisierung des Unterrichts. Durch die Reform der Sekundarstufe I in den weiterführenden Schulen ist eine Durchlässigkeit im derzeitigen Schulsystem gegeben, die keine frühzeitige Festlegung auf einen bestimmten Schulabschluss erzwingt. Des Weiteren gibt es bereits eine Schulform, die die Möglichkeit des längeren gemeinsamen Lernens erfolgreich umsetzt, die Integrative Gesamtschule.

Aus der Praxis der sogenannten Gemeinschaftsschulen in der Pilotphase ist zu vernehmen, dass die Umsetzung der Konzepte mit dem Lehrkörper steht und fällt. Derzeit haben wir zu wenig Lehrpersonal, das die Spanne vom Schüler mit besonderem Förderbedarf bis zum Hochbegabten unisono individuell fördern kann. Ebenso fehlt es an Ausbildung und Erfahrung, um eine exakte Diagnose dahingehend stellen zu können. Hier müssen in großem Maß Fachkräfte eingestellt werden, was wiederum sehr unwahrscheinlich ist angesichts des öffentlich publizierten Lehrkräfteüberhangs.

Die Gesetzesvorlage zur Änderung des Thüringer Schulgesetzes ist derzeit in der Anhörung im Landtag und die FDP wird sehr genau hinsehen.