Kombination aus kreativen Ideen und vertrauter Blumenpracht kann vor stetigen Verlusten bewahren und mehr Menschen anlocken - Lage und Potential der EGA müssen besser genutzt werden

Nur eine kreativ-moderne "Variante 1Plus" kommt für Stadtrat Kemmerich in Frage, wenn es um eine Neuausrichtung der Erfurter Gartenausstellung (EGA) geht, wie sie aktuell im Aufsichtsrat der Erfurter Stadtwerke diskutiert wird. Der favorisierte Familien- und Erlebnispark hat für den Liberalen eher das Potential, sich finanziell zu tragen, als es ein Kultur- und Gartendenkmal, das sich einseitig an den Ursprüngen des EGA-Parkes orientiert, jemals könnte. Im Moment muss jährlich ein Verlust von 3,5 Millionen Euro verkraftet werden.

Die Erfurter FDP favorisiert das Konzept mit Spiel- und Wasserlandschaften, einer weiteren Indoor-Halle, Baumwipfelpfad und Minigolf neben den bislang typischen Themengärten und Pflanzenschauhäusern, bei dem der Gedanke der Gründer erkennbar bleibt. Ein Großteil der Besucher kommt aus allen Ecken Deutschlands, jedoch "nur" sechs Prozent aus Erfurt. "Die Magnet-Wirkung der schönen Anlage muss weiter verstärkt werden, die am Ende eine besondere Melange aus Natur, Aktivität und Erlebnis bietet," unterstreicht Kemmerich die Überlegungen. Um zukunftsfähig und wirtschaftlich zu sein, ist es dabei jedoch unabdingbar, sich aktuellen Trends zu öffnen und neue Ideen zu etablieren. Einen zweiten Bellantis-Park braucht Erfurt nicht!

Für die Erfurter und Stadtwerke-Erfurt-Kunden kann sich Kemmerich besonders günstige Preise für das familienfreundliche Ganzjahresangebot vorstellen. Immerhin steigern die "gerade einmal" sechs Prozent "einheimische Besucher" die Gesamtbesuchszahlen durch wiederholte EGA-Tage ordentlich. Knapp eine halbe Million Mal blinkten die Registrier-Laser 2010 am Eingang.