Tourismusmagnet Krämerbrücke Erfurt
Tourismusmagnet Krämerbrücke Erfurt

Sondernutzungsgebühr Krämerbrücke auf Tagesordnung im Stadtrat - Liberale stehen hinter Händlern und deren Argumenten - Kemmerich & Tourismusverband fordern: Gebühren runter!

"Allein die exponierte Lage lässt die Kassen der Krämerbrücken-Händler nicht klingeln," weiß auch die FDP-Stadtratsfraktion. Die Läden sind klein, das Angebot auf Touristen zugeschnitten, die sich tagtäglich über die bebaute Brücke drängen und das Flair der beschaulichen Zeile genießen. Sie bummeln und staunen. Aber großartig Einkaufen? Von einer klassischen Einkaufsmeile ist die Krämerbrücke weit entfernt. Sie besticht mit ganz anderen "Hinguckern": mit den bunten Auslagen und Dekorationen, kleinen Geschäften und engagierten Inhabern, welche die jahrhunderte alte Krämer-Tradition beleben. Ginge es nun jedoch nach den Stadtoberen, könnten die Auslagen, Blumentöpfe und Sitzgelegenheiten bald verschwinden. "Wir fordern eine vergünstigte Sondernutzungsgebühr für die Krämerbrücke und kritisieren das Vorhaben der Verwaltung auf das Schärfste," bringt es Stadtrat Kemmerich auf den Punkt. "Die Krämerbrücke ist ein touristischer Magnet und keine umsatzstarke Adresse wie Anger oder Marktstraße, die als klassische Ladenstraßen wahrgenommen und genutzt werden. So sieht es auch der Tourismusverband Erfurt und steht hinter dem Ansinnen der Liberalen.

Deshalb plädieren Kemmerich und seine Fraktionskollegen von der FDP auch für eine, auf die Besonderheiten der Krämerbrücke zugeschnittene Gebührenordnung, die sich trotz Innenstadtlage abheben muss. Allein der Umstand, dass die "Stiftung Krämerbrücke" als eine nicht rechtsfähige Stiftung der Verwaltung der Stadt Erfurt in ihrer Satzung im Unterpunkt "Stiftungszweck" eindeutig stehen hat, das "... eine dem mittelalterlichen Denkmalensemble angemessene Nutzung der Brückenaufbauten, insbesondere durch einheimisches traditionelles Gewerbe, Handwerk, Handel, kleinräumige Läden, museale und künstlerische Einrichtungen ... zu ermöglichen und zu sichern ist...." widerspricht dem Ansinnen einer Gebührenerhöhung und unterstreicht einmal mehr den Sonderstatus der Brückenstraße. Mit dieser deutlich formulierten Stiftungssatzung hat die Stadt Erfurt zum Einen eine ganz konkrete Nutzung der Krämerbrücke vorgegeben, die andere Nutzungen verhindert und zum Anderen auch die Verantwortung zur Sicherung dieser spezifischen Nutzung übernommen. Auch deshalb greift der Gleichbehandlungsgrundsatz gegenüber anderen Handelsflächen in der Stadt nicht mehr.

"Die Vergünstigung der Händler der Krämerbrücke im Rahmen der Gebührenerhebung für Sondernutzungen ist damit eine satzungsgemäße Sicherungsmaßnahme zur gewünschten Nutzung im Interesse der Stadtverwaltung," fasst Kemmerich zusammen und bleibt optimistisch, die Debatte im Stadtrat am 2. März 2011 zu Gunsten der Betroffenen zu unterstützen. "Alles andere ginge an den Realitäten in unserer Stadt vorbei!"