Kemmerich steht hinter Gewerbeverein - langer Atmen notwenig

Es ist ganz leicht, mit zwanzig Jahre alten Plänen die heutigen Anforderungen eines ständig wachsendes Güterverkehrszentrum (GVZ) abzubügeln, ärgern sich die Mitglieder des Gewerbevereins über das Antwortschreiben aus dem Rathaus. Denn nicht nur der letzte Wintereinbruch hat deutlich gezeigt, dass die Verkehrssituation zwischen den Froschäckern und Borsigstraße angespannt ist und wohl auch bleibt. Als Thüringens größtes Gewerbegebiet und einer anhaltenden Besiedelung mit Händlern, Großhändlern und Speditionen - insgesamt etwa einhundert Firmen - fehlt es an Parkplätzen für PkW und LKW sowie an einer Notfall-Zufahrt. Denn was wirklich im GVZ an Verkehr aufkommt, verlagert sich meist in die Abend- und Nachtstunden, mehrere hundert LkW pendeln rund um die Uhr ins GVZ. Zudem müssen viele der Brummi-Lenker ihre Ruhezeiten einhalten und nach dem Entladen für mehrere Stunden am Straßenrand Pausieren. Ohne entsprechend ausgewiesene Flächen wird genau das zu einem massiven Problem, bei dem die Stadt per Stellungnahme lapidar abwinkt und auf Paragraphen verweist, so wie auch die Schneeräum-Einstufung mit BGH-Urteilen begründet wird. Hans Volk aus dem GVZ-Gewerbeverein-Vorstand geht das gehörig gegen den Strich. Er moniert, dass seitens der Stadt nur immer erklärt wird, warum man etwas nicht machen kann. "Lösungsvorschläge vermissen wir bis heute," so Volk.

Internetseite des GVZ-Gewerbevereins-Erfurt

Thomas L. Kemmerich, der auf Einladung zum Unternehmerfrühstück der lebhaften Diskussion folgte, zeigte sich verständnislos angesichts der seit Jahren anhaltenden Missstände. "Einerseits wirbt die Stadt Erfurt damit, das größte Gewerbegebiet zu sich zählen zu können und nimmt die Gewerbesteuern ein, andererseits befasst man sich nicht im Sinne der Unternehmen mit deren Problemen." Gerade im Fall einer Havarie sieht Kemmerich unüberwindbare Hindernisse und kann die Sorgen der ansässigen Firmen mehr als verstehen. Der Liberale machte aber auch deutlich, dass man nur durch ein konsequentes "auf die Füße treten" und einen langen Atem am Ende Etwas erreichen kann. "Die Mühlen der Verwaltungen drehen sich langsam," weiß Kemmerich aus eigener Erfahrung.