Auch dieser Brücken-Gast muss seinen Platz räumen
Auch dieser Brücken-Gast muss seinen Platz räumen

Gutachten empfiehlt Sanierung und teilweise Sperrung - Sanierungskosten durch Rot-Rot-Grün im Doppelhaushalt 2011/12 abgeschmettert

Der schändliche Umgang mit dem historischen Erbe von Erfurt ist nur ein Aspekt, der Stadtrat Thomas L. Kemmerich in der causa "Rathausbrücke" massiv ärgert. Viel bedenklicher empfindet der Liberale den maroden Zustand, der in einer Sonderprüfung der Brücke nun bescheinigt wird. Anfang des Jahres waren mit der Verabschiedung des Doppelhaushaltes 2011/12 die Gelder für die Sanierung der Rathausbrücke durch Rot-Rot-Grün zu Gunsten von Großspielzeugen abgezogen worden. Nun kommt das begutachtende Planungsbüro zu dem Schluss, dass die Standsicherheit des Bauwerkes und/oder seine Verkehrssicherheit erheblich beeinträchtigt bzw. nicht mehr gegeben sind. Das Gutachten empfiehlt folglich eine umgehende Instandsetzung und sofortige Sicherheitsmaßnahmen noch vor dem Krämerbrückenfest. Beide Fußwege müssen gesperrt und die mittlere Fahrbahn für Autoverkehr und Fußgänger aufgeteilt werden. "In der betreffenden Ratssitzung haben wir auf die gravierenden Missstände hingewiesen und auf eine Erneuerung der Brücke gepocht," so Kemmerich. Trotzdem waren sich Sozialdemokraten und Grüne einig, dass es dringlichere Probleme gibt, für die Haushaltsmittel verwendet werden müssten. "Nun haben wir den nächsten Akt im Drama um die Rathausbrücke und sind gezwungen, eine Lösung per Nachtragshaushalt oder Umschichtungen zu finden," erläutert der FDP-Fraktionschef.

Nicht nachvollziehbar bleibt für Kemmerich jedoch, wie fahrlässig die Sanierung der Rathausbrücke - sowie der in Nachbarschaft befindlichen, jedoch nicht ganz so massiv von Abnutzung betroffenen, Schlösserbrücke im Stadtrat beiseite geschoben wurde. Das Problem war bekannt, es gab eine Ausschreibung und damit mehrere Möglichkeiten zu reagieren. Nichts ist dazu bis heute passiert, es stehen faktisch keine Gelder für eine grundhafte Aufarbeitung der Bauwerke zur Verfügung. Dafür zieren jetzt Sperrschilder die Innenstadt und hektisch wird in den Ausschüssen nach Möglichkeiten der Finanzierung gesucht. " Das alles hätte man auch anders lösen können!", so Kemmerich.