Lebensmittelkontrolleure fehlen - Wettbewerbsverzerrung erwartet - Schicksal vieler Betriebe steht auf dem Spiel

"Die Lebensmittelkontrolleure in Deutschland sind personell nicht annähernd in der Lage, ein flächendeckendes Hygiene-Ampel-System zu erarbeiten und zu betreuen," äußert sich der Thüringer Landtagsabgeordnete Thomas L. Kemmerich zu den aktuellen Überlegungen, Gaststätten in Deutschland über ein Farbsystem zwischen rot und grün nach Sauberkeit in der Küche zu bewerten. "Wenn nicht gewährleistet ist, dass alle Lokalitäten mit Speisenangebot nach den gleichen Standards kategorisiert werden, steht dem wichtigen Thema des Verbraucherschutzes eine eklatante Wettbewerbsverzerrung entgegen," so Kemmerich. Auch müsse man von den "Momentaufnahmen" einer heutigen Küchenbewertung wegkommen, bevor man eine Ampel einführt, die über das geschäftliche Schicksal zahlreicher Betriebe entscheidet und deren Schaltmechanismen derart unausgereift sind.

Auch wenn immer wieder Lebensmittelskandale und Gammel-Restaurants für Schlagzeilen sorgen, bleibt Kemmerich dabei, dass ein strengerer Verbraucherschutz nicht zu Lasten ganzer Branchen entwickelt werden darf. Solange muss man sich bemühen, die vorhandenen und auch ausreichenden Gesetze anzuwenden und besser zu nutzen.