"Unsachliche und falsche Darstellung schadet nicht nur Thüringen als Wirtschaftsstandort"

"Die Diskussion um die Leiharbeit hat in Thüringen einen Punkt erreicht, an dem noch nicht einmal vor Falschaussagen und Generalanschuldigungen zurückgeschreckt wird", kommentiert der wirtschaftspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Thomas L. Kemmerich, die Debatte zur Arbeitnehmerüberlassung.

Das Unternehmen BorgWarner verwahrte sich in einem offenen Brief an alle Fraktionen im Thüringer Landtag gegen die Behauptungen des Abgeordneten Wolfgang Lemb (SPD), während der Plenarsitzung im Juni, der Betrieb beschäftige genau so viele Leiharbeiter wie Stammbeschäftigte und darauf basiere sein Geschäftsmodell.


"Der Staatssekretär im Wirtschaftsministerium sekundiert in diesem Stil und spricht im gleichen Atemzug von Ausbeutung als verbreitetem Geschäftsmodell in Thüringen" so Kemmerich weiter. Diese Diskussionskultur sei einer Debatte im Parlament unwürdig. "Wir wollen Probleme diskutieren und lösen. Kampfrhetorik dient weder der Sache noch den Menschen. So zeige das Unternehmen BorgWarner, dass der sogenannte Klebeeffekt der Leiharbeit wirke, denn man wird bis zum Oktober 2011 innerhalb eines Jahres 85 Mitarbeiter in feste Arbeitsplätze umgewandelt haben. "In den letzten Jahren zeigte sich: Leiharbeit ist ein nützliches und notwendiges Arbeitsmarktinstrument", so Kemmerich weiter. Die Wirtschaft erhalte den notwendigen Raum zu atmen und am Ende profitierten sowohl Arbeitnehmer als auch die Thüringer Wirtschaft. "Wir werden die Diskussion versachlichen. Analog zur Besprechung der Leiharbeit bei Wirtschaftsförderungsrichtlinien im Ausschuss für Wirtschaft, Technologie und Arbeit werden wir im September mit dem Bundesverband Zeitarbeit und hochrangigen Vertretern aus Wirtschaft und Arbeitnehmern eine Podiumsdiskussion veranstalten", so Kemmerich abschließend. (jp)


.Zitat des Abgeordneten Wolfgang Lemb: "Von den Beispielen in Mittelthüringen beschäftigt die Firma BorgWarner 230 Stammbeschäftigte und 227 Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer, das entspricht einer Quote von 99 Prozent." Dies entspricht laut BorgWarner nicht der Wahrheit und ist eine Falschaussage.