Erste repräsentative Umfrage zur Imagekampagne mit ernüchternden Ergebnissen - Millionen Auftrag ging an Thüringer Kreativwirtschaft vorbei - Reaktion von Agenturchef ist empörend


"Natürlich wurde die neue Imagekampagne nicht für Thüringer entworfen. Wer sich also an Frau Padberg und den Airbus-Turbinen stört muss ja nur aus dem Fenster schauen und weiß, was Thüringen ist und warum er hier lebt. Um das auch dem Rest von Deutschland werbender Weise nahe zu bringen, unterstützen wir die Hamburger Werbewirtschaft mit Millionenaufträgen", ärgert sich MdL Thomas L. Kemmerich. Eine Studie des IMK (Institut für angewandte Marketing- und Kommunikationsforschung) hat den ernüchternden Beweis gebracht, dass trotz Prime-Time-Spots und groß angelegter Print-Offensive kaum einer der werbewirksam angesprochenen Nicht-Thüringer etwas von der schicken aber dennoch inhaltsleeren Kampagne mitbekommen hat. Kemmerich: "Die aktuelle Reichweite ist extrem gering - Kommen wir also nicht an der Wurst vorbei?"
Wenn sich aber Herr Karpinski zu den schwachen Ergebnissen lediglich in der Art äußert, dass die Kampagne "mit dem bisschen Geld" auf Entscheidungsträger in der Gesellschaft, jedoch nicht auf die breite Masse ausgerichtet sei, und man "bei dem Etat kaum etwas erreichen kann", setzt das dem ganzen Drama den Höhepunkt schon voraus. Um den Schaden so gering wie möglich zu halten, will Kemmerich die Kampagne genauestens parlamentarisch beobachten und evaluieren.
Kampagnenseite "Das ist Thüringen"

Was den FDP-Oppositionspolitiker zudem umtreibt ist die Tatsache, dass mit dem Aufguss aus alten Slogans "Wo Zukunft Tradition hat" und kosmopolitischen Schönheiten den im Freistaat beheimateten Werbeagenturen ein Stück Zukunft genommen wurde. Die Tatsache, dass Wirtschaftsminister Machnig ganz klar einem Freund aus dem hohen Norden der Republik den Auftrag auf seine Art hat zukommen lassen, gibt dem Ganzen ein Geschmäckle, kann aber nicht beweisen werden. Trotzdem bleibt für Kemmerich die Frage: Wie kann das Wirtschaftsministerium von dem, was es tut überzeugt sein, wenn es scheinbar nicht von dem kreativen Potential und damit im eigenen Bundesland überzeugt ist?
Wir reden über millionenschwere Aufträge und erinnern uns an einen Wirtschaftsminister der angetreten ist, um alles besser machen zu wollen. Die "Denkfabrik" wurde aus ähnlichen Erwägungen vom Netz genommen, wie sie sich Herr Machnig für "Das ist Thüringen" wieder eingehandelt hat. Und von Nordrhein-Westfalen bis Bremen denken die Menschen weiterhin an Berge, Dichter und den Rennsteig. Manchmal, so Kemmerich, reicht es eben nicht aus, alles sinnbildlich in Frage zu stellen.