Kemmerich und seine Fraktionäre stellen sich gegen Aktionstag, an dem Türen städtischer Einrichtungen geschlossen bleiben und fordern stattdessen politische Diskussion zu Haushalt

"Wir unterstützen die Aktion der Stadt am 9. November 2011 aus Überzeugung nicht, da wir fundierten, politischen Diskussionen zum städtischen Haushalt einer Aktion, bei der die Bürger vor verschlossenen Türen stehen, den Vorzug geben", kommentiert FDP-Fraktionschef Thomas L. Kemmerich die Absage der Liberalen. Geplant ist ein "Tag-der-verschlossenen-Tür", um die Erfurter auf mögliche Auswirkungen der Finanzmittelkürzungen des Landes hinzuweisen. "Uns ist an Lösungen gelegen, nicht an Protesten, die lärmen aber nicht zielführend sind" unterstreicht Kemmerich seine gänzliche andere Auffassung von Problembearbeitung. Und die komme, so der Liberale, nicht an massiven Sparanstrengungen vorbei; ob das den Stadtoberen passe oder nicht.

Die bisherigen Vorschläge der Verwaltung lehnt die FDP im gleichen Zuge ab. Mit der Erhöhung von Gewerbesteuer und Grundsteuer B auf Münchner Verhältnisse könne man die Liquiditätsprobleme einer Landeshauptstadt nicht auf Dauer lösen. Am Ende, so Kemmerich, zahlen die Bürger über Mietnebenkosten und als Geschäftsinhaber doch auch wieder die großzügigen Ausgaben von Erfurt. Ohne eine konsequente Aufgabenkritik und den transparenten und maßvollen Umgang mit Steuergeldern, ließen sich viele städtische Einrichtungen auf Dauer nicht am Leben erhalten.
So gesehen könnte über dem Aktionstag auch der Zusatz stehen: "Wenn Erfurt nicht bald seine Haushalte konsolidiert, stehen sie hier bald vor dauerhaft verschlossenen Türen!"