Traditionsregiment sucht nach Lösung - Stadtspitze hält sich bedeckt - Kemmerich bittet beide Seiten zu Gesprächen an einen Tisch


Ein Schreiben des Königlich Preußischen Infanterie Regiments "von Wartsleben" macht die Runde. Der Inhalt: Das Petersberg-Regiment residiert in einem "Luftschloss" hoch oben auf der Zitadelle Petersberg. Die seit diesem Jahr städtisch festgesetzte Miete empfinden die Narren allerdings als Hohn und sind allein schon deshalb bereit, ihr Domizil zu verlassen und in adäquate Ausweichquartiere umzusiedeln. Über den Punkt, was nun "adäquat" sei, herrscht jedoch Uneinigkeit. "Mit Kostümen und Kanonen können wir nicht im Narrenhaus einziehen", gibt (Major i.Tr.) Peter Bach zu bedenken. Und überhaupt empfindet es der Traditionsverein als demütigend, die über die Jahre angestammten Räumlichkeiten verlassen zu müssen. "Bisher hat die Stadt keine Gesprächsbereitschaft signalisiert", ärgert sich auch Stadtrat Thomas L. Kemmerich. Er bittet beide Seiten an einen Tisch; Regiment und Verwaltung. Kemmerich: "Wir dürfen nicht außer Acht lassen, dass das Petersberg-Regiment zu Erfurt gehört, wie der Karneval an sich." Der Liberale gibt zu bedenken, wie ruhig und vergleichsweise langweilig es zugehen würde, wenn die Petersberger Kanoniere den Rathaussturm nicht mehr mit Böllern und Salven begleiten und stattdessen ihren Fundus an Erinnerungen und Requisiten veräußern. Denn das ist für Peter Bach auch eine Variante: "Wenn unser Vereinssitz geräumt wird, steht unser Traditionsregiment in seiner jetzigen Form vor seiner Auflösung."
Thomas L. Kemmerich hofft im Sinne des Vereins und in Vorfreude auf die nahende Närrische Saison 2011/12 auf eine baldige Lösung. Sollte die Verwaltung die Missverständnisse und deren baldige Klärung nicht als Ente für den 11.11.2011 brauchen, fordert die FDP über eine Anfrage im Stadtrat eine Stellungnahme der Verwaltung ein.