"Die Schaffung einer zentralen Anlaufstelle für ausländische Abschlüsse ist ein klares Signal der deutschen Wirtschaft an ausländische Fachkräfte", begrüßt der wirtschaftspolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Thüringer Landtag, Thomas L. Kemmerich, die gemeinsame Initiative der Industrie- und Handelskammern, eine solche Stelle in Nürnberg einzurichten.

"Mit der Schaffung einer zentralen Anlaufstelle wird es für alle beteiligten leichter sein, ihre Verfahren zu beschleunigen. Die Wirtschaftsverbände setzen damit ein klares Signal der offenen Tür", so der liberale Landtagsabgeordnete.

Notwendig sei jetzt die bürokratische Entschlackung von Aufenthaltstiteln. "Die Anerkennung eines Abschlusses ist die eine Sache, für Nicht-EU-Ausländer ist aber die Gewährung eines Aufenthaltstitels notwendig. Die durchschnittliche Dauer beträgt leider mehrere Monate. Kein Hochqualifizierter wartet drei Monate um in Deutschland arbeiten zu dürfen, der ist dann woanders", so Kemmerich weiter. Diese Verfahren könne man durch simple Effizienzsteigerungen beschleunigen, ohne die Gesetze anzutasten. "Der Freistaat Sachsen ist da schon ein ganzes Stück weiter als wir. Dort wurde das Pilotprojekt AKZESS geschaffen und damit ein zentraler Ansprechpartner für die Unternehmen, Kammern und Arbeitnehmer in den teilnehmenden Kommunen", so der liberale Wirtschaftsexperte. Eine ähnliche Initiative der Thüringer FDP-Fraktion wurde in der letzten Plenarsitzung von den Regierungsfraktionen mit der Begründung abgelehnt, diese würde nicht gebraucht. "Moderne Verwaltung kann ein Standortvorteil sein. Genauso wird sie zum Nachteil, wenn sie nicht mehr auf der Höhe der Zeit ist. Wir verlieren wertvolle Potentiale und Zuwanderer", so Kemmerich abschließend.